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Konzept für den Schlossgarten: CDU wirft dem Rathaus Inkompetenz vor

mlzSchlossgarten

Weiter still schlummerndes Schmuckstück oder „Zentrum für Kultur, Aufenthalt und Begegnung“? Die Debatte über die Nutzung des Schlossgartens in Ahaus nimmt Fahrt auf.

Ahaus

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Er ist ein Schmuckstück der Stadt Ahaus – da sind sich alle Beteiligten einig. Doch welche Entwicklungen der Schlossgarten künftig nehmen soll, darüber gibt es seit Jahren die unterschiedlichsten Meinungen.

„Schon 2014 wurde auf Antrag der UWG-Fraktion die Nutzung des Schlossgartens und des Schlosses diskutiert“, stellte die CDU-Fraktion in einem Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstag fest. Im Jahr 2015 sei vom damaligen Verwaltungsvorstand Christoph Almering eine entsprechende Vorlage erarbeitet worden. Politiker, Mitarbeiter der Verwaltung, Gastronomen und weitere Beteiligte sollten in einer Arbeitsgruppe anschließend verschiedenste Neuerungen für den Schlossgarten erarbeiten.

„Benötigte Manpower im Rathaus nicht vorhanden“

Sogar für die Umsetzung der Ideen seien Gelder im Etat gewesen, schreibt die CDU. Doch seit Jahren werde das Thema im Rathaus nur stiefmütterlich behandelt. Das aktuelle Fazit der Christdemokraten: „Die benötigte Fachlichkeit und Manpower für eine Gesamtkonzeption „Schloss“ ist im Rathaus nicht vorhanden.“

Dem versuchte Stadtplaner Walter Fleige mit der Aufzählung von Schlüsselprojekten entgegenzutreten. Umgestaltung der Marktstraße? Abgehakt. Errichtung des Kulturquadrats? Abgehakt.

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Noch nicht erledigt: die Umnutzung des Kirmesplatzgeländes. „Da müssen wir uns Gedanken machen“, sagte Walter Fleige. Doch ohne Ausweichplatz für die Kirmes bewege sich nicht viel. Noch in der Pipeline: der Bau einer innerstädtischen Entlastungsstraße und die Umgestaltung der Wallstraße. Alles Vorhaben, die in der sogenannten 1. Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes Innenstadt Ahaus zu finden sind. Passend zur CDU-Kritik legte die Verwaltung am Dienstag die 2. Fortschreibung vor. Der Inhalt: das Schloss in den Geltungsbereich des Konzeptes einzubeziehen.

Verzwickte Eigentumsverhältnisse

„Das Schloss bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück“, erklärte Walter Fleige. „Das Potenzial der historischen Anlage wird kaum genutzt.“ Das liege unter anderem an den verzwickten Eigentumsverhältnissen. Anteile hätten der Kreis Borken, das Land NRW, Private sowie die Stadt Ahaus.

Wie man das Schloss und den Schlossgarten städtebaulich aufwerten kann, das will die Verwaltung gemeinsam mit einem Büro erarbeiten. Etwa ein Jahr wird benötigt, um die Gedanken zu Papier zu bringen. Starten will man im September dieses Jahres. Die Kosten der Begleitung durch das Fachbüro bezifferte Walter Fleige auf rund 60.000 Euro.

Enttäuscht sei er, sagte Thomas Vortkamp (CDU) nach dem Vortrag des Stadtplaners. „Enttäuscht, wenn ich sehe, dass das wieder ein Jahr dauern soll.“ Über Jahre seien gute Vorschläge gemacht worden. „Umgesetzt worden ist davon nichts.“

Andreas Dönnebrink (SPD) war sogar „tief enttäuscht darüber, wie hier gearbeitet wurde“. Als Mitglied der Arbeitsgruppe habe er Zeit und Kosten geopfert, doch sei von der intensiven Arbeit nichts übrig geblieben, alles sei im Rathaus in der Schublade verschwunden. Christian Rudde (CDU) und Reinhard Horst (FDP) stießen ins gleiche Horn.

Amtszeit der Bürgermeisterin

Bürgermeisterin Karola Voß erinnerte den Ausschuss daran, dass sie erst seit dreieinhalb Jahren Bürgermeisterin sei. Das Thema habe eine längere Vorgeschichte. Karola Voß: „Es gab viele Ansätze und Konzepte ohne konkrete Umsetzung. Für die Vergangenheit ist das nicht mehr aufzuholen. Und dass es in der Vergangenheit nicht zufriedenstellend war, das nehme ich so mit.“ Christian Rudde bohrte nach: „Wenn Sie sagen, Sie sind seit dreieinhalb Jahren Bürgermeisterin, dann hat sich seit dreieinhalb Jahren nichts getan.“

Offene Fragen

Der leise Selbstzweifel von Sozialdemokrat Ludwig Niestegge – „wir müssen uns auch an unsere eigene Brust klopfen“ – ging unter. Auch die Fragen von Hubert Kersting (UWG) blieben unbeantwortet. Soll der Schlossgarten Event-Location mit wöchentlichem Rambazamba werden? Soll das historische Potenzial ganz vorsichtig gehoben werden? Darüber wird sich nun die Verwaltung, verstärkt durch externen Sachverstand, zwölf Monate lang den Kopf zerbrechen. Der Beschluss dazu erging einstimmig.

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