„Der Schlossgarten könnte attraktiver werden“

mlzJugend in Ahaus

Wie geht es der Jugend in Ahaus? Das soll beim „Marktplatz der Jugend“ am 9. Februar in der Stadthalle in Erfahrung gebracht werden. Wir sind der Frage vorab nachgegangen.

Ahaus

, 08.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Wir wollen nicht über die Jugend, sondern mit der Jugend reden.“ Das sagt Beigeordneter Werner Leuker mit Blick auf den „Marktplatz der Jugend“ am Samstag, 9. Februar, ab 14.30 Uhr in der Stadthalle an der Wüllener Straße 18. Dabei erhalten Jugendliche Gelegenheit, ihre Vereinsarbeit zu präsentieren.

Wir sprachen mit Werner Leuker, Wilfried Hollekamp (Jugendamtsleiter und Jugendwerk-Vorstand), Birgit Gausling (Fachbereich Jugend), Niklas Terglane (Kolpingjugend Wessum) und Celina Bomers (Musikverein Wüllen) darüber, was für die Jugend in Ahaus getan wird.

Wie geht es der Jugend in Ahaus?

Leuker: Ich glaube, der Jugend in Ahaus geht es in großen Teilen gut. Sicher gibt es auch Punkte, wo es nicht läuft. Aber alles in allem ist die Jugend in dieser Stadt gut zufrieden. Das ist das, was ich an Rückmeldungen bekomme. Wir haben mit der Einrichtung des Jugendwerks vor einigen Jahren einen guten Schritt getan.

Terglane: Für den Kolping kann ich sagen, dass die Stadt uns unterstützt.

Bomers: Wir bekommen in Ahaus einiges geboten. Es gibt viele Möglichkeiten, auszugehen. Es ist gut, dass wir die Chancen bekommen, Sachen mit zu entwickeln. Wobei der neue Bike-Park doch eher für jüngere Jugendliche ist. Es wäre gut, wenn es auch Projekte für etwas ältere Jugendliche und junge Erwachsene geben würde.

Im letzten Kinder- und Jugendförderplan ist noch die Rede vom Jugend- und Kulturcafé Logo. Das gibt es ja nicht mehr. Fehlen Angebote für Jugendliche ab 16?

Gausling: Das Logo war 15 Jahre lang Treffpunkt. Aber manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die die Qualität ausmachen, zum Beispiel das Nachtbussystem oder der Skate-Platz.

Der 2018 erstellte Bike-Park ist ein von Kindern und Jugendlichen gewünschtes Vorzeigeprojekt. Sie hatten auch noch andere Wünsche, zum Beispiel ein Holi-Festival im Schlossgarten oder Begleitung im Schulbus zum Schutz vor Mobbing. Wie sieht es mit diesen Projekten aus?

Hollekamp: Sie laufen noch und werden auch alle abgeschlossen. Der Abschluss kann aber auch sein, dass man sagt, das Projekt ist nicht umsetzbar. Mitte März werden wir den aktuellen Planungsstand gemeinsam mit den Jugendlichen vorstellen.

„Gemeinsam“ ist ein gutes Stichwort. Können solche Vorhaben nur gelingen, wenn Kinder und Jugendliche beteiligt werden und man ihnen nichts überstülpt?

Leuker: Übergestülpt, aber mit ihnen. Was Jugendliche erfahren ist, dass Dinge manchmal nicht so schnell umgesetzt werden können, wie sie glauben. Manchmal gibt es Hemmschuhe wie Verordnungen. Manchmal mahlen die Mühlen auch langsamer als uns lieb wäre. Jugendliche erkennen dann, dass Gestaltungsprozesse manchmal mühsam sind.


Terglane: Natürlich ist man manchmal frustriert, wenn es nicht so vorangeht. Aber mit zunehmendem Alter merkt man selber, dass es einfach so ist, dass man für viele Sachen viele Leute dabei haben muss und dass die Planung Zeit benötigt. Dafür ist das Ergebnis nachher deutlich besser.

Beim „Marktplatz der Jugend“ wird viel diskutiert?

Gausling: Es können alle Fragen gestellt werden. Wir bieten ein Forum, um sich unkonventionell und einfach zu melden und Ideen vorzustellen. Diese Ideen werden wir sammeln. Dafür ist die große Saaldiskussion am Samstag da.

Wie viele Jugendliche erreichen Sie damit?

Hollekamp: Wir hoffen, viele. Aber mit Zahlenspielen erreiche ich nichts. Wichtig ist, Kinder und Jugendliche an diesen Prozessen zu beteiligen. Wir bieten allen die Möglichkeiten zur Teilnahme. Natürlich können die Jugendlichen kein „Logo“ bauen, das ist vollkommen klar. Aber es darf kein Wunschkonzert sein. Es reicht nicht, zu sagen: Wir hätten gerne ein Festival im Schlossgarten und die hauptamtlichen Mitarbeiter der Stadtverwaltung organisieren das.


Was fehlt denn der Jugend in Ahaus?

Bomers: Der Schlossgarten könnte attraktiver gestaltet werden. Da ist eine riesengroße Rasenfläche. Vielleicht kann man was daraus machen. Die Jugend sollte mehr in Dorfentwicklungskonzepte eingebunden werden. Wir haben in Wüllen um die Kirche herum einen wunderschönen Platz. Aber alle Geschäfte sind da weggegangen. Es wäre schön, wenn der Dorfkern nicht ganz verschwindet, sondern belebt wird, vielleicht mit einem kleinen Café.

Terglane: Als Jugendlicher will man nicht unbedingt seinen Abend in Wüllen oder Wessum verbringen.

Herr Leuker, Schlossgartengestaltung, wäre das was?

Leuker: Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Es war lange Zeit Stillstand. Es müssen Veränderungen stattfinden, damit wir mit den Bedürfnissen mitgehen. Attraktivität muss man für alle Altersgruppen darstellen können. Da dürfen wir uns auch von Vandalismus am Ende nicht abbringen lassen. Der Schlossgarten wird von allen gerne genutzt, aber nicht von allen als Mitte der Stadt wahrgenommen. Daran können wir arbeiten.

Verlassen wir die Innenstadt. Wie sieht es in den Ortsteilen aus?

Hollekamp: In Sachen Jugendarbeit sind wir in allen Ortsteilen vertreten. Wir haben auch unser Jugendmobil und schauen, wo die Gruppen sind, die wir ansprechen können. Wir sind damit zum Beispiel im Sommer in Alstätte im Freibad und in Ottenstein im Begegnungspark. Diese Angebote gehen ein bisschen unter bei den ganzen Highlights, die man präsentiert.

Muss die Stadt Highlights bieten, um die Jugend überhaupt noch erreichen zu können?

Leuker: Es schadet nicht, hier und da mal ein Highlight anzubieten. Aber wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht nur in Festivitäten und sonstigen Dingen vertiefen und das eigentlich Wichtige der Jugendarbeit hintenan stellen .

Hollekamp: Man muss aufpassen, dass man nicht nur zum Reiseveranstalter und Eventmanager wird. Wir müssen auf Interessen, so weit wir können, reagieren. Aber wir werden nie alle erreichen.

Der „Marktplatz der Jugend“ am Samstag, 9. Februar, ab 14.30 Uhr in der Stadthalle, Wüllener Straße 18, setzt auf Dialog. Jugendgruppen und Einrichtungen der Jugendarbeit präsentieren sich an Marktständen. Nach dem Auftritt des Improvisationstheaters „Die Impropheten“ aus Bocholt folgt um 16.30 Uhr die Saaldiskussion. Lokalpolitiker und Mitarbeiter der Verwaltung stellen sich den Fragen der Besucher und Jugendlichen. Die Veranstaltung endet gegen 17.20 Uhr.
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