Sein Arbeitsplatz ist der Schreibtisch: Detlef Erning, neuer Leiter des Kriminalkommissariats in Ahaus. © Nils Dietrich
Polizei Ahaus

Detlef Erning ist das neue Gesicht der Kripo – und zugleich ein Altbekanntes

Er ist der neue Leiter des Kriminalkommissariats in Ahaus: Detlef Erning kümmert sich mit seinem Team um Delikte von Betrug bis häuslicher Gewalt. Sein kriminalistisches Steckenpferd ist ein anderes.

Endlich ist Detlef Erning wieder dort, wo er eigentlich immer hinwollte: in seiner Heimatstadt. „Die Ambition für mich war immer Ahaus“, sagt der 56-Jährige, der seit Monatsbeginn das hiesige Kriminalkommissariat leitet. Wird irgendwo zwischen Ahaus, Gescher oder Schöppingen ein Fahrrad gestohlen oder ein Einbruch verübt, läuft der Vorgang mit ziemlicher Sicherheit über seinen Schreibtisch.

Im seinem Vorzimmer steht eine Ablage, die sich morgens normalerweise mit 30 bis 40 Vorgängen füllt. Detlef Erning entscheidet dann, was damit passieren soll und wer sich darum kümmert.

Betrugsfälle in der Region nehmen rasant zu

Und zu tun gibt es immer reichlich, das Verbrechen schläft bekanntlich nie – seine Verfolger aber auch nicht. Das Kriminalkommissariat in Ahaus ist als eines von vieren im Kreis für die die Bearbeitung von leichter und mittlerer Kriminalität zuständig.

Betrugsdelikte gehören dazu, darunter auch die immer weiter zunehmende Cyberkriminalität. Nicht zuletzt ist der Trickbetrug – vom Enkeltrick bis zum falschen Polizisten – ein großes Thema: „Hier verzeichnen wir eine wahnsinnige Zunahme.“

Nicht zuletzt fallen Todesfälle im häuslichen Bereich, also wenn ein Arzt eine ungeklärte Todesursache feststellt, in die Verantwortung von Detlef Erning. „Das passiert häufiger als man denkt“, berichtet der neue Chef des 17-köpfigen Teams, zu dem auch zwei Experten für Kriminaltechnik gehören. Die leisten beispielsweise bei der Spurensicherung nach Einbrüchen wertvolle Dienste.

Der Hauptarbeitsplatz von Detlef Erning ist sein Büro. Anders, als es manches TV-Klischee vermittelt, findet hier ein großer Teil der kriminalpolizeilichen Arbeit statt – das gilt besonders für die Leitungskräfte.

Eine Erinnerungstafel an der Wand gibt einen Hinweis darauf, dass das nicht immer so war. „LKA NRW – Tatortgruppe Sprengstoff/Brand“ ist dort unter der Attrappe einer Rohrbombe zu lesen. Vier Jahre war er in diesem Bereich beim Landeskriminalamt in Düsseldorf tätig.

„Das hat mich schon immer interessiert“, berichtet Detlef Erning. Deswegen beschloss er sich in diesem Bereich zu spezialisieren. „Ich denke, dass jeder Kollege, der zur Kripo geht, sich irgendwann einen Schwerpunkt aussucht.“ Er habe dann auch das Glück gehabt, bei Brand und Todesermittlungen eingesetzt zu werden. In seiner jetzigen Verwendung hingegen habe er es mit Massendelikten zu tun: „Da kann man leider nicht so in die Tiefe gehen.“

Jagd auf den Feuerteufel aus Stadtlohn

So ermittelte er bei einer Brandserie in Stadtlohn. Hinterher stellte sich heraus, dass ein Feuerwehrmann der Täter war. „Das war recht aufwendig“, erinnert sich der Erste Kriminalhauptkommissar. „Auch in Graes konnten wir seinerzeit eine Brandserie nach einem Jahr aufklären.“

1997 kam Detlef Erning dann zurück in die Heimat: „Damals wurden wegen der Castor-Transporte Leute in der Region gesucht.“ Zunächst ging er nach Borken, dann in das Kommissariat Ahaus, bevor er wieder in die Kreisstadt zurückkehrte. Von daher ist der Neue für viele bei der hiesigen Kriminalpolizei ein altbekanntes Gesicht.

Nun ist er nach der Pensionierung von seines Vorgängers Gottfried Tembrockhaus in Ahaus angekommen: „Für mich ist das definitiv die letzte Verwendung. In fünf Jahren bin ich nicht mehr da.“

Und danach? Der Hobby-Radfahrer („Das kann man hier ja gut machen.“) hat sich gerade erst ein Motorrad zugelegt.

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