Die Gefahr im Zucker

Weltgesundheitstag

Diabetes wird immer mehr zur Volkskrankheit. Das Münsterland macht da keine Ausnahme: Allein unter den Abonnenten der Münsterland Zeitung vermuten die Diabetologen Dr. Joachim Kersken und Dr. Martin Lederle – nach einer groben Schätzung – rund 3000 Menschen mit deutlichem Diabetes-Risiko.

AHAUS

, 07.04.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Man kann über Jahre mit Diabetes leben, ohne ihn zu bemerken“, sagt Dr. Kersken. Der Körper gewöhne sich langsam an einen hohen Blutzuckerspiegel. Die schädlichen Folgen zeigen sich dann erst Jahre später. Oft sei Diabetes eben immer noch eine reine Zufallsdiagnose. Sei es durch eine Routineuntersuchung oder bei einer Untersuchung am Rande eines Krankenhausaufenthaltes. Rund ein Viertel aller Menschen über 70 Jahre sei von der Krankheit betroffen.

Angst nehmen

Insofern sei es wichtig aufzuklären und vor diesem Hintergrund halten beide auch den heutigen Schwerpunkt am Weltgesundheitstag für sinnvoll. Sie wollen die Angst vor der Diagnose und der Behandlung nehmen: „Der Betroffene kann selbst sehr viel machen“, sagt Lederle. Nur erkennen müsse man die Erkrankung. Alarmzeichen seien unter anderem ständiger Durst und Harndrang, Müdigkeit oder plötzlicher Gewichtsverlust. Sie betonen, dass es sich dabei aber nur um mögliche Symptome handele. Einen Eindruck vom eigenen Risiko könne auch ein Fragebogen vermitteln (siehe Infotext). „Gewissheit gibt nur ein Besuch beim Arzt“, sagt Kersken. Ein bewusstes Leben mit viel Bewegung und eine bewusste Ernährung seien schon die wichtigsten Schritte. „Eigentlich weiß jeder, worauf er zu achten hat“, so Lederle weiter. Dass sich etwa durch eine stete Gewichtszunahme das Risiko langsam erhöhe, sei ja keine neue Erkenntnis. Je früher die Krankheit erkannt werde, desto eher ließen sich die Folgen eindämmen.

Steigende Fallzahlen verwundern die Spezialisten nicht: „Die Bevölkerung wird älter, zugleich steigt der Anteil der Menschen mit Übergewicht“, erklärt Dr. Kersken. 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt