Die großen Ferien warten

Ahaus "Ich wollte was verändern. Darum bin ich Lehrer geworden." Tatsächlich waren Veränderungen das einzige, worauf sich Bernhard Probst in seiner Schullaufbahn verlassen konnte. Heute steht die letzte große Änderung an: Der Rektor der Franziskusschule wird feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

24.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Der letzte Schultag naht: Rektor Bernhard Probst. Grothues</p>

<p>Der letzte Schultag naht: Rektor Bernhard Probst. Grothues</p>

In seiner Jugend rieb sich Probst an seinem Onkel: "Der war Schulmeister mit einem ganz festgefügten Weltbild. Und ich war ein Kind der Sechziger und verspürte Aufbruchstimmung." So reifte in ihm der Wunsch, Lehrer zu werden. Nach dem Studium (Bio, Mathe und Sport) und Referendariat entschied sich Probst 1973 ganz bewusst für die Hauptschule in Ahaus. In der damals neuen Schulform herrschte die von Probst ersehnte Aufbruchstimmung: "Das Kollegium hatte ein Durchschnittsalter von 28 Jahren. Und 75 Prozent der Grundschüler wechselten zur Hauptschule."

Doch die Zeiten haben sich gewandelt, nur noch ein Viertel der Schüler besucht die Hauptschule. Darüber zu lamentieren ist nicht Probsts Sache. "Ich wünschte mir zwar, dass die Kinder nicht schon im vierten Schuljahr klassifiziert würden. Aber wir müssen als Lehrer - ob wir wollen oder nicht - mit dem dreigliedrigen Schulsystem arbeiten." Als Konrektor und Rektor hat er sich mit großem Engagement für den notwendigen Wandel der Hauptschule eingesetzt: Soziales und praktisches Lernen, Streitschlichtung, Schulsozialarbeit und Ganztagsschule haben neue Akzente gesetzt. Großen Wert legte Probst - nicht ohne Widerstände - auch auf den Erhalt des katholischen Profils der Schule. "Nicht Zwang oder gar Missionierung sind das Ziel, sondern eine Werteorientierung, die auch offen für andere Konfessionen und Religionen ist."

Der Abschied von der Schule fällt Bernhard Probst nicht leicht - vor allem der von den Schülern nicht: "Die Kinder und Jugendlichen im Unterricht zu erleben und ihre Veränderung mitzuerleben ist das Faszinierendste über- haupt." gro

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