Die Linde am Kalvarienberg soll fallen

Ratsentscheidung

Rat und Verwaltung geben den Kampf verloren: Die Linde am Kalvarienberg ist zu morsch und zu krank, um sie weiterhin zu erhalten. Bei einer Enthaltung hat der Rat einstimmig am Donnerstagabend dafür gestimmt, die Linde zu fällen und durch drei neue Bäume zu ersetzen.

AHAUS

, 21.03.2015, 10:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis hat darauf hingewiesen, dass der Baum – wenn er wieder austreibt – an Standsicherheit verlieren wird. „Die Verkehrssicherung ist nicht mehr zu gewährleisten“, sagte Bauamtsleiter Georg Beckmann. Ein Gutachten sage aus, dass der Baum nicht mehr zu halten sei.

Stamm zum Großteil hohl

Das Problem: Der Stamm der über 300 Jahre alten Linde ist hohl, zum großen Teil morsch und von Pilzen befallen. Zweimal hat es darin sogar schon gebrannt. Auch die bisherigen Sicherungsarbeiten – ein Rückschnitt der Äste, Stahlseile oder eine Bodenbearbeitung haben die Situation des Baumes nicht entscheidend verbessern können. Er sehe zwar vital aus, sei aber nicht mehr standfest. Das schreibt der Gutachter Martin Rensing aus Ochtrup. „Ein Baum ist Leben und dieses Leben ist nun eben zu Ende“, sagte Hermann-Josef Haveloh (WGW) im Rat. Wichtiger als der Erhalt des Baumes war ihm jedoch der Erhalt der Szenerie an der Kreuzgruppe. Schon deshalb forderte er, dass die geplante Anpflanzung mit Bäumen entsprechender Größe geschehe. „Mindestens zwölf Zentimeter Stammdurchmesser“, sagte er.

Weitere Prüfung

Das konnte ihm die Verwaltung nicht zusichern. „ Wir werden aber dafür sorgen, dass dort keine Setzlinge, sondern Bäume gepflanzt werden“, so Beckmann. Schließlich soll die Kreuzgruppe am Kalvarienberg weiterhin durch Baumkronen in Szene gesetzt werden. „Dieses Ensemble ist uns wichtig“, sagte Bürgermeister Felix Büter. Einzig eine Möglichkeit soll vorher noch mit dem Gutachter geprüft werden: Den Baum radikal zurückschneiden, um nur noch den Torso als Denkmal stehen zu lassen. Drei neue Bäume sollen trotzdem angepflanzt werden.

Da es sich bei dem Baum um ein Naturdenkmal handelt, hat der Kreis Borken bereits zugesichert, sich an den Kosten zu 50 Prozent zu beteiligen: Sei es nun eine Fällung und Neuanpflanzung oder auch die zukünftige Pflege eines Torsos. Zu dieser Variante erklärte Beckmann, dass dadurch das Problem nur aufgeschoben würde. „Eine Lösung ist das nicht. In ein paar Jahren stehen wir vor dem gleichen Problem.“

Sollte der Gutachter jedoch zu dem Ergebnis kommen, dass der Baum auch als Stamm nicht erhalten werden kann, hat die Stadt grünes Licht, um die Linde fällen zu lassen.

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