Die „Pushcon“-Absage von Ralph Caspers wegen einer AfD-App setzt ein völlig falsches Zeichen

mlzKommentar

Fernsehmoderator Ralph Caspers hat seine Teilnahme an der „Pushcon“ abgesagt, weil die AfD Plattformen von Tobit Software nutzt. Es hätte jedoch eine bessere Alternative gegeben.

Ahaus

, 28.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Ralph Caspers, Moderator der Kindersendung „Wissen macht Ah!“, seine Teilnahme an der „Pushcon“ abgesagt hat, sorgt seit Donnerstag für reichlich Diskussionen. Viele äußerten danach ihr Unverständnis über die Begründung des Nicht-Erscheinens von Ralph Caspers. Zu Recht! Denn mit seiner Absage sendet der 48-Jährige ein vollkommen falsches Signal.

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Der Moderator wird nicht an der vom 24. bis 26. März stattfindenden „Pushcon“ teilnehmen, weil die AfD Plattformen von Tobit Software nutzt. Tobit-CEO Tobias Groten hatte ebenso wie viele Facebook-Nutzer kein Verständnis für die Absage und begründete das damit, dass sein Unternehmen Produkte und Plattformen entwickle, die eben von allen genutzt werden können.

Vorwurf an Tobit Software: „Wieso baut ihr Apps für Nazis?“

Tobit hat nie etwas extra für die AfD entwickelt. Und so wie Groten in seinem Facebook-Post über die „Alternative für Deutschland“ schreibt, kann man sicher sein, dass das Unternehmen auch in Zukunft niemals etwas für die rechtspopulistische Partei entwickeln wird.

Ralph Caspers scheint das allerdings nicht interessiert zu haben. Sein Management verwies in der Absage auf eine App des AfD-Kreisverbandes „Märkischer Kreis“, die auf dem von Tobit entwickelten Produkt Chayns basiert.

Was wäre die Alternative für Ralph Caspers gewesen? Das von einem Twitter-User aufgegriffene Thema („Sagt mal @Tobit_Software – wieso baut ihr eigentlich Apps für Nazis?“) nicht beachten und einfach bei der „Pushcon“ erscheinen? Das wäre auch nicht unbedingt richtig gewesen. Vielmehr wäre eine Teilnahme an dem dreitägigen Treffen sinnvoll gewesen, um eine Diskussion anzustoßen.

Eine Diskussion wäre sinnvoller gewesen als einfach nicht zu kommen

Er hätte das Thema offen ansprechen können, um so einen Dialog zu starten, der womöglich alle weiterbringen würde. Er hätte nicht nur mit Tobias Groten direkt über die Nutzung von Tobit-Produkten durch die AfD reden können, sondern auch mit vielen weiteren Teilnehmern über die allgemeine politische Rolle ihrer Unternehmen diskutieren können.

Gerade von Ralph Caspers, der sich mit seiner Arbeit viel für die Bildung von Kindern einsetzt, kann man das durchaus erwarten. Und als Fernsehmoderator und Autor hat er auch auf jeden Fall die rhetorischen Fähigkeiten, um einen solchen Dialog gut und sachlich zu führen.

Bei einer offenen Diskussion wäre es ihm ebenfalls möglich gewesen, seine Haltung gegenüber der AfD deutlich zu machen. Genauso wie es auch Tobias Groten bei Facebook tat, als er klar stellte, dass es zahlreiche Gründe gebe, die AfD niemals zu wählen. Über diese Gründe und den weiteren Umgang mit Rechtspopulisten hätte Ralph Caspers bestimmt gut mit ihm bei der „Pushcon“ reden können. Doch nach seiner Absage ist das nun nicht mehr möglich.

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