Die Steigerung von Frühling

Städtische Kapelle spielt

„Die Beach Boys – wer denkt da nicht an Sonne, Strand und Badewetter? Wenn dann noch im Radio der Titel Good Vibrations läuft – das Gefühl ist die Steigerung von Frühling.“ Als Moderator Christoph Almering mit diesem Satz weit in der zweiten Hälfte des Konzerts der Städtischen Kapelle Ahaus das Stück „Good Vibrations“ ankündigte, lag bereits ein Abend voller Steigerungen hinter den knapp 400 Besuchern.

AHAUS

von Von Stefan Vörding

, 19.03.2012, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jubelnd in den Frühling“ lautete der Titel, unter dem die Städtische am Samstag ihren Gästen das Ergebnis monatelanger Vorbereitung auf die Bühne bringen wollte. Mehr noch: Neben dem Hauptorchester, das unter der Leitung von Ludger Fischer in diesem Jahr in ungewohnt großer, symphonischer Blasorchesterbesetzung ein abwechslungsreiches Programm intonierte, traten in der ersten Konzerthälfte das Jugendorchester der Städtischen Kapelle und Musikschule, dirigiert von Alfred Zamhöfer, und das neugegründete Orchester „Young Brass Ahaus“ auf. „Die Idee hinter dem Konzept vom Young Brass ist: die gewohnte gute Qualität der Musikschulausbildung beizubehalten und gleichzeitig die Kinder von Anfang an zusammen spielen zu lassen. Ab dem ersten Tag.“ Erst seit Anfang des Schuljahres probt das Orchester regelmäßig – und wie das ebenfalls von Dirigent Fischer geleitete Projekt nach acht Monaten Einzel-, Gruppen- und Orchesterunterricht klingt, verblüffte die Besucher. Die 20 Kinder und Jugendlichen ernteten für ihren aufgeweckten Auftritt tobenden Applaus beim Publikum. Säulen der Förderung Young Brass und das Jugendorchester von Musikschulleiter Zamhöfer bilden die beiden Säulen der Nachwuchsförderung und veranlassten Moderator Almering spontan zu der Beurteilung, „über den Nachwuchs in der Kapelle“ müsse man sich „mit Sicherheit keine Sorgen machen.“ Die Art und Weise wie das Hauptorchester, die Städtische Kapelle den Arbeitstitel „Jubelnd in den Frühling“ interpretierte, brachte die begeisterte Stimmung auf einen weiteren Höhepunkt. Bereits die „Fanfare of Wakakusa Hill“ schlug ein, was nicht zuletzt dem zackigen Dirigat Fischers zu verdanken war. Es stellte sich das Gefühl ein, der gesamte Verein empfand den Abend als Belohnung – nicht nur für die vergangenen Monate, sondern eher für viele Jahre kontinuierlicher Arbeit. Nach dem letzten Konzert, das bereits fünf Jahre zurückliegt, hatte die Kapelle mit dem Jubiläum 2008, dem Umbau in der Orchesterleitung und nicht zuletzt in der Jugendabteilung alle Hände voll zu tun und konnte sich jetzt mit einem mitreißenden Konzert selbst dafür belohnen. Mit Werken wie „Celebration and Dance“ von Gilbert Tinner oder dem „Pilgrim’s Swing“ in Anlehnung an die Italienische Sinfonie von Mendelssohn-Bartholdy wusste Fischer dem Publikum mehrfach die überraschend farbenreiche Klangpalette seines Orchesters zu demonstrieren, bevor er mit Medleys von Nena und Elvis Presley die Aula des AHG buchstäblich zum Beben brachte. Die Spielfreude aller drei Klangkörper der Städtischen Kapelle wurde mit minutenlangen stehenden Ovationen belohnt und lässt auf viele weitere mitreißende Konzertabende hoffen.

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