Die Wüllenerin Marie Bußmann hilft ein Jahr lang Menschen mit Behinderung in Ruanda

Freiwilligendienst

Europa kennt sie schon, jetzt zieht es Marie Bußmann in die Ferne. Als Freiwillige des Bistums Münster geht sie für ein Jahr nach Ruanda. Zu den Vorbereitungen gehört auch ein Sprachkurs.

Ahaus

15.07.2018, 19:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marie Bußmann wird als Freiwillige des Bistums Münster ein Jahr in Ruanda verbringen.

Marie Bußmann wird als Freiwillige des Bistums Münster ein Jahr in Ruanda verbringen. © Bistum Münster/Gudrun Niewöhner

In der Schule hat sie alle Austauschprogramme mitgemacht. „Ich mag es, neuen Leute zu begegnen und andere Länder zu entdecken“, sagt Marie Bußmann aus Wüllen. Deshalb freut sich die 18-Jährige auch „total“ auf den 3. August. Dann fliegt die ehemalige Schülerin der bischöflichen Canisiusschule in Ahaus mit einer weiteren Freiwilligen nach Ruanda, um in der Hauptstadt Kigali ein Jahr lang für das Bistum Münster in einem sozialen Projekt zu arbeiten.

Bislang hat die Wüllenerin vor allem Europa erkundet. Mit dem Abitur in der Tasche wollte sie weiter weg. „Und vor allem nicht als Touristin.“ In Kigali wird sich die junge Frau mit einer anderen Freiwilligen eine Wohnung teilen, schreibt das Bistum in einer Pressemitteilung. Mit dem Bus werden die beiden morgens zu einer Einrichtung fahren, in der 36 Menschen mit Behinderungen leben. „Unsere Aufgabe ist es, im Unterricht zu helfen und die Lehrer und Therapeuten zu unterstützen“, weiß Marie Bußmann.

Seminare in afrikanischer Kultur

Um sich mit den Einheimischen verständigen zu können, lernt die 18-Jährige schon Kinyarwanda, eine der drei Amtssprachen in Ruanda. Eine Vorfreiwillige, die vor zwei Jahren in dem ostafrikanischen Staat war, gibt ihr Unterricht. Mit einer französischen Mutter zweisprachig aufgewachsen, wird die Kommunikation klappen, ist sich das Bistum in der Pressemitteilung sicher. Marie Bußmann, die sich in ihrer Heimatpfarrei in Wüllen als Lektorin engagiert, ist da ebenfalls sehr zuversichtlich.

Gemeinsam mit 28 anderen Freiwilligen aus dem Bistum hat sich Marie Bußmann bei mehrtägigen Seminaren in Berlin und Münster intensiv auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet: „Wir sind eine tolle Gemeinschaft, in der wir uns aufgehoben und prima betreut fühlen.“ In der Gruppe haben sie darüber gesprochen, wie bei interkulturellen Konflikten am besten zu reagieren ist und was es in Ruanda zu beachten gilt.

Visum, Kreditkarte, Impfausweis

Alle Situationen ließen sich im Vorfeld sicher nicht durchspielen, doch von den Erfahrungen ehemaliger Freiwilliger können die Neuen profitieren, so das Bistum. Auch bei Hitze sollten Frauen keine extrem kurzen Hosen tragen. „Und wir sollten kein Leitungswasser trinken“, hat die Abiturientin, die nach dem Auslandsjahr gerne Grundschullehramt oder Sonderpädagogik studieren möchte, gelernt. Viel gab und gibt es in den letzten Wochen vor der Abreise zu erledigen. Visum und Kreditkarte mussten beantragt, Impftermine eingehalten werden.

Angst vor Heimweh hat Marie Bußmann nicht, auch wenn sie sicher ist, dass sie Familie und Freunde vermissen und irgendwann einen Tiefpunkt haben wird. Aber dank Skype, Whatsapp und anderen Kommunikationsplattformen lässt sich heute über die 6220 Kilometer zwischen Deutschland und Ruanda ganz einfach der Kontakt halten. Die Wochenenden und natürlich die Ferien wollen die Freiwilligen nutzen, um Land und Leute kennenzulernen. Die beiden älteren Schwestern von Marie Bußmann haben außerdem schon ihren Besuch angekündigt. Zusammen wollen sie Afrika erkunden.

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