Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

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Alles begann mit einer kleinen Tischlerei. Mittlerweile hat Dieker Objekteinrichtungen viele Kunden in Deutschland und Europa. Zur Vergrößerung trug auch ein lokaler Softwarehersteller bei.

Ahaus

, 03.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine große Akquise nach Neukunden braucht Guido Dieker nicht zu betreiben. „Wir haben seit Jahren eine große Anzahl an Stammkunden. Und wenn mal einer ausfällt, dann geht irgendwo anders eine neue Tür auf. Außerdem verfügen wir über ein gutes Netzwerk in der Branche“, erzählt der Geschäftsführer von Dieker Objekteinrichtungen.

Die Firma stellt in erster Linie sämtliche Produkte aus Holz her: Einrichtungen für Elektrofachmärkte, Fahrradläden, Möbelhäuser oder eines Studentenwohnheimes mit über 100 Zimmern – alles kein Problem für die 25 Mitarbeiter

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Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

Gerade bei Nacht sorgt das Bamboo für eine besondere Atmosphäre. © Privat

Aufschwung in den 1990er Jahren

Die Auftragslage ist gut, die Firma hat sich einen Namen gemacht – und das über Deutschland hinaus. „Wir haben verschiedene Filialen eines Möbelmarktes aus Österreich eingerichtet. Die haben ihre Märkte in Tschechien, Ungarn und Russland – in Moskau haben wir beispielsweise auch zur Einrichtung beigetragen“, berichtet der 47-jährige Guido Dieker.

Das Unternehmen besteht seit 1986. Damals gründete Wilhelm Dieker, Vater des aktuellen Geschäftsführers, die Firma in Vreden. Angefangen als kleine Tischlerei folgte in den 1990er Jahren der erste große Erfolgswelle. Ein Grund: der Umzug in die Dieselstraße in Ahaus und damit eine Vergrößerung des Produktionsstandortes.

Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

Während der Weihnachtszeit richtet Dieker die Innenstadt in Ahaus passend zum Lichterfest ein. © privat

Geschäftsführer noch selbst im Handwerk tätig

„Die Immobilienpreise im Gewerbegebiet in Ahaus waren günstig, weil die Stadt Zuschüsse für den Bau des Brennelement-Zwischenlagers bekam“, sagt Christian Polhuis, kaufmännischer Angestellter der Firma, der seit 30 Jahren dort arbeitet.

Bei Wilhelm Dieker absolviert er eine Ausbildung zum Bürokaufmann und bleibt dann dort. Er kümmert sich um alles Organisatorische: Abwicklung der Aufträge, Gespräche mit Planungsbüros und Austausch mit Geschäftspartnern. „Ich arbeite meist in der Fertigung. Die Büroarbeit übernimmt größtenteils Christian“, sagt Guido Dieker, der seit 2010 als alleiniger Chef das Unternehmen leitet.

Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

Christian Polhuis (l.) organisiert den Büro-Alltag, Guido Dieker leitet die Firma. © Maximilian Konrad


Ausbildung in Stadtlohn

In seiner Freizeit ist der gebürtige Stadtlohner im Karneval aktiv. Im Karnevalsverein „Üm Bütt un Pütt“ gehörte der dreifache Familienvater zum Elferrat. Dazu war er auch schon Prinz beim Karnevalsverein in Stadtlohn. „Außerdem habe ich ein Faible für alte Autos. Gerade Mercedes-Oldtimer sind mein Ding“, ergänzt Guido Dieker.

Zum Beruf des Tischlers kommt der 47-Jährige so: Zunächst absolviert er eine Ausbildung in Stadtohn. Später arbeitet er im Unternehmen des Vaters, mit dem er ab 2003 das Unternehmen leitet – Vater Wilhelm Dieker steigt dann 2010 aus und Guido Dieker führt die Geschicke des Geschäfts nun allein. „Für mich hat sich nie ein anderer Weg ergeben. Ich bin mit der Branche groß geworden und führe mein Unternehmen gern“, sagt er.

Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

Für diesen Elektrofachmarkt in den Niederlanden produzierte Dieker die Einrichtung. © Wianda Bongen Photography


Wichtiger Geschäftspartner kommt dazu

Stellt Dieker in den 1990er Jahren noch vermehrt Rasterdecken und Stellwände für Möbelhäuser her, rückt im Anschluss die Einrichtung von Möbelfachmärkten in den Fokus. Nachdem die Firma ihren Kundenstamm stetig erweitert, kommt im Jahr 2004 ein neuer, großer Partner ins Spiel: das Softwareunternehmen Tobit, das seinen Sitz auch in Ahaus hat.

Seitdem stellt Dieker Objekteinrichtungen sämtliche Einrichtungsgegenstände für Tobit her. Egal ob Innenausstattung am Firmensitz, die Möbel des Smartels oder das Interieur des Restaurants Sherlock´s in Ahaus. „Es war unser Glück, dass Tobit neben der Software-Branche auch in der Gastronomie so eingeschlagen hat“, meint der 49-jährige Christian Polhuis, der gebürtig aus Vreden kommt und dort auch heute noch wohnt.

Fahrradläden, Elektrofachmärkte und Studentenwohnheime: Dieker zaubert Einrichtungen

Auch beim Restaurant Scherlock´s in Ahaus war Dieker für die Herstellung der Innenausstattung zuständig. © privat


Dieker bildet auch aus

In Ahaus selbst richtet Dieker während der Weihnachtszeit die Innenstadt ein. So hat die Firma Dieker die Weihnachtsfassaden hergestellt und montiert diese seit Jahren passend zum Lichterfest. Außerdem gehört der Aufbau des Winterzaubers zu den regelmäßigen Projekten.

Ihre Aufträge erhält die Firma von diversen Planungsbüros, mit denen sie vernetzt ist. Diese Agenturen gestalten dann die Entwürfe, wie Räume oder Einkaufsläden aussehen sollen. Für die Innenausstattung stellt Dieker dann die entsprechenden Teile her. Früher gehörte auch die Montage noch zum Aufgabengebiet, mittlerweile wird hauptsächlich produziert.

Auch um den Nachwuchs kümmert sich das Unternehmen: Die Tochter des Geschäftsführers, Leni (17), absolviert gerade ihre Ausbildung zur Tischlerin. Für das kommende Jahr sucht Dieker noch einen Auszubildenden. „Es ist natürlich mein Wunsch, dass das Unternehmen in der Familie bleibt. Aber ich will natürlich auch nichts erzwingen“, sagt Guido Dieker.

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