Der Unterricht an den Ahauser Schulen wird dank Fördergeldern immer digitaler (Foto vor Corona). © picture alliance/dpa
Fördergelder

Digitaler Unterricht: Ahauser Schulen sind auf einem guten Weg

Die Voraussetzungen für einen modernen Unterricht in der digitalen Welt zu schaffen, ist für Schulen und Kommunen eine Herausforderung. In Ahaus hat sich diesbezüglich schon einiges getan.

Schiebetafeln, Kreide oder Overheadprojektoren – Dinge, die in der heutigen, modernen Welt schon ein bisschen antiquiert erscheinen. Denn digitaler Unterricht wird immer wichtiger. Das hat nicht erst die Corona-Krise beim sogenannten „Home-Schooling“ offenbart.

Mit dem „Digitalpakt Schule“ haben Bund und Länder schon 2018 beschlossen, viel Geld in die Hand zu nehmen, um das Lernen an den Schulen (noch) digitaler zu machen. Ergänzend gibt es das „Sofortausstattungsprogramm für Schüler“ und das „Förderprogramm für dienstliche Endgeräte für Lehrkräfte“. Davon profitiert auch die Stadt Ahaus.

Gut 1,2 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule

So erhält die Stadt für die in ihrer Trägerschaft stehenden Schulen – sieben Grundschulen, Irena-Sendler-Gesamtschule, Anne-Frank-Realschule und Alexander-Hegius-Gymnasium – aus dem Digitalpakt Schule gut 1,2 Millionen Euro. Etwa 540.000 Euro wurden davon bisher abgerufen, wie die Stadt auf Redaktionsanfrage mitteilt.

Die verbleibende Summe aus dem Digitalpakt soll, so der Plan, Anfang 2021 für weitere digitale Ausstattungen beantragt werden, sodass bis Ende 2021 auch die vorgesehenen Maßnahmen in den weiterführenden Schulen umgesetzt werden können. Denn mit den bisher verausgabten 540.000 Euro wurden zunächst die Grundschulen bedacht.

Elektronische Tafelsysteme für Grundschulen

So wurden für elektronische Tafelsysteme mit Display gut 500.000 Euro Fördermittel (Gesamtausgaben mit Eigenanteil 559.372 Euro) und für Tablets 38.000 Euro (Gesamtausgaben mit Eigenanteil 42.226 Euro) abgerufen.

Mit diesen Anschaffungen sollen insgesamt 65 Klassen in den städtischen Grundschulen ausgestattet werden. Allerdings, so teilt es die Stadt mit, sei die Einrichtungen von Klassen, die von größerer Baumaßnahmen in den nächsten Jahren betroffen sind, zunächst noch nicht vorgesehen.

Gut 500.000 Euro Fördermittel plus Eigenanteil wurden für solche elektronische Tafelsysteme mit Display abgerufen.
Gut 500.000 Euro Fördermittel plus Eigenanteil wurden für solche elektronische Tafelsysteme mit Display abgerufen. © Stadt Ahaus © Stadt Ahaus

Wichtig: Die aus dem Förderprogramm „Digitalpakt“ finanzierten Tablets sind Endgeräte für die Nutzung der elektronischen Tafelsysteme. Sie sind also für die Verwendung in den Klassen bestimmt und damit keine Endgeräte für die Lehrkräfte. Die Tablets sollen einen effektiven Einsatz der Tafelsysteme ermöglichen.

Endgeräte für Schüler und Lehrkräfte

Doch es wird auch Endgeräte für Schüler und Lehrkräfte geben. Über die genannten Zusatzprogramme stehen der Stadt Ahaus 175.500 Euro für die Versorgung der Lehrkräfte mit solchen Geräten zur Verfügung. Die Auftragsvergabe ist laut Stadt bereits im November dieses Jahres erfolgt. Der Auftrag umfasst 396 iPads. Eine erste Lieferung wird Anfang 2021 erwartet.

Mit Ausschöpfung des Fördermittelbudgets sollen dann alle Lehrerinnen und Lehrer mit einem iPad ausgestattet werden können. Und dabei, das betont die Stadt, sei in enger Abstimmung mit den Schulen großer Wert auf eine anwenderfreundliche und einheitliche Ausstattung gelegt worden.

650 Endgeräte alleine für die Schüler

Für die Ahauser Schüler stehen der Stadt gut 200.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Die konkrete Bedarfsermittlung für eine Ausgabe der Leihgeräte werde derzeit über die Schulen durchgeführt. „420 iPads sind bereits geliefert worden und für den Einsatz in den Schulen vorbereitet“, so Stefan Hilbring von der Pressestelle der Stadt.

Die Ausgabe und der Verleih könne kurzfristig erfolgen. Weitere 236 iPads seien zudem bestellt worden. Diese sollen Anfang 2021 geliefert werden. Dann stehen 650 Endgeräte für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.

Stadt sieht ihre Schulen bereit gut aufgestellt

Und wie steht die Stadt nun mit Blick auf die Digitalisierung in den Schulen da? Antwort der Pressestelle: Insgesamt seien die Ahauser Schulen im Vergleich gut aufgestellt. Auf Basis des vom Rat beschlossenen Medienentwicklungsplanung habe die Stadt als Schulträger gemeinsam mit den Verantwortlichen der städtischen Schulen eine technische Umgebung geschaffen, die den digitalen Unterricht in den Schulen „umfassend, funktional und leistungsstark unterstütze“.

Die Leistungsfähigkeit der Systeme sei bereits während des ersten Corona-Lockdowns belegt worden. Die technischen Grundlagen für „Home-Schooling“ oder „Duales Lernen“ (Distanz- und Präsenzlernen) seien vorhanden und könnten umfänglich genutzt werden.

Auf den Lehrkräften lastet viel Druck

Davon ab laste jedoch auf den Lehrkräften aktuell ein „immenser Druck“. Denn neben allen Belastungen, Veränderungen, Gefahren und hohen Anforderungen in der Corona-Pandemie sei eine konsequente Anwendungsschulung der Lehrkräfte zwingende Voraussetzung für eine effektive Veränderung der Lehr- und Lernsysteme in den Schulen.

Denn: Technische Lösungen seien, so die Stadt, allein nicht ausreichend. Ein ganzheitlicher Ansatz sei unumgänglich. Hierfür sei allerdings nicht die Kommune als Schulträger, sondern das Land als Dienstgeber verantwortlich.

Zudem sei es elementar, dass digitale Lernformen und Inhalte zeitnah und umfassend Eingang in die Studiengänge für Lehrerinnen und Lehrer fänden, damit digitales Lernen zunehmend selbstverständlicher und auch professioneller werde.

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