Andreas Banger will mit Genossenschaft bei der Digitalisierung helfen

mlzDigitalisierung

Das Coronavirus ist für viele Unternehmen ein Beschleuniger auf dem Weg durch die Digitalisierung. Bei Fragen will eine neue Genossenschaft aus acht Beratern Antworten aus einem Guss bieten.

Ahaus

, 27.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Digitalisierung – ein Begriff, der nicht erst seit der Corona-Krise in aller Munde ist. Doch was bedeutet sie für Unternehmen? Wie können sie sich auf die veränderten Bedingungen einstellen? Wo bekommen sie dabei Hilfe?

Andreas Banger (66), Vorstand der Volksbank Gronau-Ahaus im (Un-)Ruhestand, will zusammen mit sechs weiteren Beratern Antworten auf diese Fragen liefern.

Genossenschaft mit sieben eigenständigen Beratern

Vor zwei Jahren gründete er dafür ein eigenes Beratungsunternehmen. Jetzt geht er einen Schritt weiter. Mit sieben weiteren Beratern hat er eine Genossenschaft gegründet und will Antworten aus einem Guss liefern. Evelyn Decker, Dirk Bertling, Winfried Hering, Richard Lammers, Norbert Schmick, Dennis Timm, Professor Gottfried Vossen und eben Andreas Banger haben dazu „Digital ganz normal“ gegründet. Eine Genossenschaft aus sieben eigenständigen Beratern, die von Datenanalyse über Multimediainhalte bis Fördermittelrecherche ein breites Feld abdecken.

Acht Berater, ein Ziel

  • Die acht Berater von „Digital ganz normal“ aus Ahaus, Stadtlohn, Heek, Laer und Münster decken unter anderem Förderberatung, Projektmanagement, Datenanalysen und Reporting und Visualisierungen ab.
  • Mit sogenannten „Apetizern“ wollen sie Unternehmen einen ersten Einstieg in digitale Projekte ermöglichen. Dieser soll zunächst nur ein begrenztes Projekt umfassen, das ohne großen Aufwand auskommt. Darauf könne dann später aufgebaut werden.
  • Mit ihrem Angebot richtet sich die Genossenschaft vor allem an mittelständische Unternehmen.
  • Interessenten finden weitere Informationen und Kontaktdaten auf der Homepage der Genossenschaft.

Die Idee dazu entstand fast spontan. „Man steht zusammen und entwickelt Ideen, wie man zusammenarbeiten kann“, sagt Andreas Banger. Ein Berater allein sei oft überfordert, alle Fragen zu beantworten. Das funktioniere im Zusammenschluss einfach viel besser.

Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten

Andreas Banger macht ganz deutlich: „Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten.“ Gerade die aktuelle Corona-Krise habe in vielen Unternehmen als Beschleuniger gewirkt: Plötzlich sind zum Beispiel Homeoffice-Arbeitsplätze in vielen Unternehmen selbstverständlich, auch wenn das vor wenigen Monaten noch gar nicht denkbar gewesen sei.

Jetzt lesen

Das sei den meisten auch klar. Dennoch geschehe die Weiterentwicklung oft nur zögerlich. „Der Erfolg der eigenen Vergangenheit bedroht oft die Zukunft eines Unternehmens“, sagt er. Weil die Auftragsbücher voll sind, können sich viele Unternehmen gar nicht mit möglichen Folgen der Digitalisierung beschäftigen.

„Der Grad der Digitalisierung hängt oft mit der Zahl der Mitarbeiter zusammen“, erklärt auch Winfried Hering. Ein kleineres Unternehmen könne so zum Beispiel ja nicht einfach Fachleute einstellen, die sich ausschließlich um die Digitalisierung im Unternehmen kümmern.

Chancen aber auch Risiken sind groß

Die Chancen der Digitalisierung seien zwar groß, die Gefahren aber ebenso: „Internetplattformen bedrohen viele Unternehmen“, sagt Andreas Banger. Beispielsweise, weil sie zwischen Unternehmen und Endkunden vermitteln und die Unternehmen so ganz langsam den Kontakt zu ihren Kunden verlieren.

Die Angebote, die sie Unternehmen machen wollen, sind dabei bewusst so gewählt, dass sie keine großen Hürden darstellen. Beispielsweise ein fünftägiger Workshop, in dem durch die Analyse von Daten Mehrwerte geschaffen werden.

„Jedes Unternehmen hat riesige Datenmengen, die oft nicht genutzt werden“, erklärt Winfried Hering. Beispielsweise konnte er einem mittelständischen Pralinenhersteller helfen, passgenaue Dienstpläne zu entwickeln. „Allerdings nicht aus einem Bauchgefühl heraus, sondern durch Datenmodelle die anhand von Bestellungen, Material und Auftragslage errechnet wurden“, sagt er.

Praxisbeispiele bieten ein erstes Bild

Auch Evelyn Decker hat so ein Beispiel: Ein Reisebüro habe durch die Corona-Krise einen massiven Umsatzeinbruch erlitten. Mit mehreren Beratern habe sie dann ein Buchprojekt aus vergangenen Reisen entwickelt, das kurzfristig umgesetzt wurde. „So wurden trotz stornierter Reisen Umsätze geschaffen“, sagt sie.

Jetzt lesen

Das ist auch, was Andreas Banger an der neuen Genossenschaft besonders schätzt: „Das Netzwerk“, erklärt er. Ihre Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen, die sich bei der Digitalisierung verbessern wollen. „Dabei ist uns die persönliche, lokale und menschliche Ebene besonders wichtig“, ergänzt Winfried Hering.

Lesen Sie jetzt