Coronavirus im Kreis Borken

Drei Viertel der Corona-Neuinfizierten waren vollständig geimpft

Drei Viertel der in der Woche nach Weihnachten neu infizierten Personen waren vollständig geimpft, wie der Kreis Borken mitteilte. Die meisten Infektionen gibt es nach wie vor im häuslichen und privaten Umfeld.
Laut Robert-Koch-Institut schützt die vollständige Impfung gegen eine schweren Verlauf bei einer Covid19-Erkrankung. Aber eine Ansteckung verhindert sie in vielen Fällen nicht: 75 Prozent der Neuinfizierten in der Woche nach Weihnachten im Kreis Borken waren vollständig geimpft. © picture alliance/dpa/dpa Pool

Doppelt so viele gemeldete Neuinfektionen wie in der Vorwoche gab es in der Woche vom 27. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 im Kreis Borken: 1.016 Neuinfektionen standen 509 gegenüber, wie der Kreis Borken mitteilte. Zuvor war die Zahl der Neuinfektionen tendenziell leicht rückläufig gewesen.

Die Erklärung liegt nahe: „Die rasante Entwicklung ist vor allem auf die Omikron-Variante zurückzuführen“, heißt es in der Pressemitteilung. Auf Bundes- und Landesebene sei diese Entwicklung noch nicht so deutlich, aber auch hier sind bereits Steigerungen zu erkennen. Aufgrund der Fallzahlen sind jedoch vielerorts auch nicht alle Fallzahlen unmittelbar erfasst worden.

Die „7-Tage-Inzidenz“ lag am 27. Dezember 2021 bei 150,8 und am 2. Januar 2022 bei 275,5. Aktuell (9. Januar) beträgt sie 362,2.

Viele Feiertags-Kontakte sorgen für Dynamik im Infektionsgeschehen

Die Dynamik im Infektionsgeschehen ist in hohem Maße auf viele Kontakte rund um die Feiertage zurückzuführen. Die geltenden Kontaktbeschränkungen traten erst zum 28.12.2021 in Kraft, wobei auch die Vorgaben kaum zu einer Kontaktreduzierung geführt haben. Aufgrund der mittlerweile deutlichen Verbreitung der Omikron-Variante wird deutlich, wie infektiös diese ist.

Stand 5. Januar gab es 332 bestätigte Omikron-Fälle im Kreisgebiet. Das Kreisgesundheitsamt ruft daher ausdrücklich nochmals dazu auf, Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die derzeitige Infektionslage spreche eindeutig dafür.

Drei Viertel der Neuinfizierten waren vollständig geimpft

Von den 1.016 (Vorwoche 509) neu infizierten Personen waren 767 (Vorwoche 318) vollständig geimpft. Dies entspricht einer Quote von rund 75,5 Prozent (Vorwoche 62,5 Prozent). Der Anteil vollständig immunisierter Personen an den Neuinfektionen ist somit nochmals leicht gestiegen. Wichtig ist hier der Hinweis, dass nach den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts die Geimpften grundsätzlich deutlich mildere Krankheitsverläufe erleben und eine Auffrischimpfung (sogenannte Boosterimpfung) die Schutzwirkung vor einer Infektion ebenfalls deutlich erhöht.

Klar ist aber auch, dass Geimpfte weiterhin aufgerufen sind, die geltenden Schutzregeln zu beachten und insbesondere Symptome kurzfristig abklären zu lassen.

Drei Viertel der Neuinfizierten sind unter 60 Jahre und geimpft

Unter den Neuinfektionen sind 104 (Vorwoche 48) Personen 60 Jahre und älter. Davon sind 82 (Vorwoche 36) vollständig geimpft, das entspricht einer Quote von 78,8 Prozent (Vorwoche 75 Prozent). Der Anteil dieser Altersgruppe an den Gesamtinfizierten für diesen Zeitraum beträgt 10,2 Prozent. 912 (Vorwoche 461) Neuinfizierte sind jünger als 60 Jahre. Davon sind 685 (Vorwoche 282) vollständig geimpft. Das entspricht einer Quote von 75,1 Prozent (Vorwoche 61,2 Prozent).

199.581 Personen haben im Kreisgebiet bereits ihre Auffrischungsimpfung bekommen (Stand 9.1.2022). Das sind schon 67,6 Prozent der 295.129 Personen mit vollständigem Impfschutz. Das Kreisgesundheitsamt appelliert: „Nutzen Sie die Impfangebote, die es an vielen Orten im Kreis Borken gibt, sowohl für die Erst- und Zweit- als auch für die Boosterimpfungen!“ Im Internet gibt es nähere Informationen (auch zu konkreten Impfangeboten) auf der Website des Kreises Borken. Zu Impfung und Impfterminen für Kinder gibt es hier Infos.

Infektionen quer durch die gesamte Gesellschaft

Das Infektionsgeschehen zieht sich weiterhin quer durch die gesamte Gesellschaft und ist wie in den Wochen zuvor vor allem durch eine Vielzahl von Einzelinfektionen und nicht durch besondere Ausbruchsgeschehen geprägt. Laut Nachverfolgungsteam des Kreisgesundheitsamtes infizierten sich:

• am Arbeitsplatz: 50 Fälle; 4,9 Prozent (Vorwoche 36 Fälle; 7,1 Prozent)

• im Haushalt / privat: 558 Fälle; 54,9 Prozent (Vorwoche 245 Fälle; 48,1 Prozent)

• bei Reisen: 1 Fall; 0,1 Prozent (Vorwoche 10 Fälle; 2 Prozent)

• in Einrichtungen: 0 Fälle; 0 Prozent (Vorwoche 2 Fälle; 0,4 Prozent)

• in Schule / Kita: 16 Fälle; 1,6 Prozent (Vorwoche 28 Fälle; 5,5 Prozent)

In 391 Fällen (38,5 Prozent) konnte die vermutliche Infektionsquelle nicht näher ermittelt werden (Vorwoche 188 Fälle; 36,9 Prozent).

Die meisten Infektionen gibt es nach wie vor im häuslichen und privaten Umfeld. Die Infektionszahlen unter Beschäftigten und Bewohnern in Einrichtungen nehmen – ausgelöst durch die allgemeine Entwicklung – aktuell auch wieder zu, die Steigerung ist zurzeit aber noch eher moderat. Auch Schulen und Kindergärten spielen aufgrund der Weihnachtsferien nur eine untergeordnete Rolle.

26 Covid19-Patienten in Krankenhäusern, drei auf Intensivstation

Die Situation in den Krankenhäusern ist derzeit belastend, aber nicht überlastet. Mit Stand 7. Januar 2022 liegen dazu folgende Informationen vor: Im Klinikum Westmünsterland mit den Krankenhaus-Standorten Ahaus, Bocholt, Borken und Stadtlohn werden derzeit 21 Patienten, davon 2 auf der Intensivstation, behandelt. 70 Intensivbetten (55 aktuell betriebene Betten plus 15 zuschaltbare Betten im Bereich der Intensivüberwachung) stehen im Bereich des Klinikums Westmünsterland zur Verfügung. Im St. Antonius-Hospital Gronau werden derzeit 5 Patienten, davon 1 auf der Intensivstation, behandelt. Insgesamt stehen dort 16 Intensivbetten zur Verfügung, 7 können im Notfallszenario noch ergänzt werden.

Zu den Sterbefällen: In der letzten Woche sind fünf Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen gewesen. Zwei der Verstorbenen waren vollständig und drei nicht vollständig immunisiert.

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