Eduard Söbbing achtet darauf, dass in Graes und Umgebung der Naturschutz beachtet wird

mlzNaturschutz in Ahaus

Eduard Söbbing aus Graes hat immer ein Auge auf die Natur. Jetzt auch von Amts wegen: Er ist seit März Naturschutzbeauftragter für einen großen Bezirk in Graes, Ahaus und Wessum-Averesch.

Ahaus

, 08.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Eduard Söbbing ist auf dem Land aufgewachsen, kennt jeden Baum und Strauch rund um seinen Hof in der Graeser Bauerschaft Nordiek. Seit Ende März hat der 57-Jährige auch von Amts wegen ein Blick auf die Natur in seiner Umgebung: Er ist vom Kreis bestellter Naturschutzbeauftragter für einen großen Bezirk in Graes, Ahaus und Wessum-Averesch. Früher hieß das Ehrenamt Landschaftswart.

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Als Landschaftswart war viele Jahre lang Klemens Witte in Graes unterwegs. Im Alter von 80 Jahren wollte er sein Amt in jüngere Hände legen. Da traf es sich gut, dass Eduard Söbbing nach rund 28 Jahren den Vorsitz des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Graes aufgegeben und so etwas Kapazitäten für eine ehrenmtliche Aufgabe hatte. Wer genau ihn vorgeschlagen hat, wisse er gar nicht, sagt der Landwirt. Aber der Rat der Stadt Ahaus empfahl ihn für das Amt, und die Untere Landschaftsbehörde des Kreises enannte ihn am 27. März offiziell.

Von Willi Böcker bekam er dort die Landschaftspläne ausgehändigt. „Darauf sehe ich, wo Hecken stehen, wo Wälle sind und Naturdenkmäler“, sagt Eduard Söbbing. Für zwei Naturdenkmäler braucht der Landwirt keinen Plan: Die stehen zwischen zwei seiner Äcker. „Das sind zwei Ulmen. Ulmen sind sehr selten geworden“, weiß Eduard Söbbing. Seit Jahrzehnten ist der Baum auf dem Rückzug, es gibt einen Pilz, der den Bäumen sehr zusetzt. Die beiden an seinen Äckern sind „wilder Aufschlag“ und auch somit eine Besonderheit in der Region.

Wilde Müllkippen werden auch in Graes abgelagert

Dem Landwirt und Jäger liegt etwas an der Natur. Und deswegen umschreibt er sein neues Ehrenamt so: „Je entspannter das Amt ist, umso besser ist das für alle Seiten.“ Das heißt: Wenn er nicht eingreifen muss, hat kein Mensch der Natur Schaden zugefügt. Seit März hat Eduard Söbbing noch keinen „Fall“ gesehen oder gemeldet. „Bis auf Gucken war bislang noch nichts“, sagt er. Sein Vorgänger hatte hier und da mal wilde Müllkippen mit Bauschutt oder alten Reifen melden müssen, wie er von ihm erfahren hat.

Falls Eduard Söbbing bei seinen Touren mit Trecker, Auto oder Fahrrad etwas auffällt, dann möchte er erst einmal „auf Einsicht setzen“ bei dem Verursacher, sofern er denn ermittelt wird. „Das ist der Vorteil, wenn man aus der Region kommt. Man kennt die Leute.“ Und man könne über alles reden. Zu diskutieren, das sei er aus seiner Zeit als LOV-Vorsitzender schließlich gewöhnt, sagt er und schmunzelt. Aber wenn eine Hecke entfernt worden sein sollte, dann reiche Reden nicht: Das werde er dem Kreis melden.

44 Naturschutzbeauftragte gibt es im Kreis Borken

Und diskutieren soll er durchaus, so sieht es die Untere Landschaftsbehörde vor. „In erster Linie soll ein Naturschutzbeauftragter durch Beratung und Aufklärung darauf hinwirken, dass Schäden von Natur und Landschaft abgewendet werden“, heißt es in der Beschreibung des Ehrenamts. 44 Naturschutzbeauftragte gibt es im Kreis Borken. Diese sollen auch Bürger beraten, die etwas für den Natur- und Landschaftsschutz, zum Beispiel durch die Anlage von Kleingewässern oder die Anpflanzung oder Pflege von Hecken oder Kopfbäumen tun wollen.

Weiterhin sollen die Ehrenamtlichen über Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen aufklären, die von der Unteren Naturschutzbehörde in ihrem Bezirk geplant sind oder vorgenommen werden.

Stichwort Naturschutzbeauftragter

  • Die Untere Naturschutzbehörde bestellt ehrenamtliche Beauftragte für den Außendienst (Naturschutzbeauftragte), diese bilden die Naturschutzwacht. Die Naturschutzbeauftragten informieren die zuständigen Behörden über nachteilige Veränderungen in der Landschaft und wirken darauf hin, Schäden von Natur- und Landschaft abzuwenden.
  • Die Naturschutzwacht wurde im Kreis Borken erstmalig im Jahre 1985 eingerichtet. Insgesamt gibt es im Kreis 44 Naturschutzbeauftragte, die in ihren Dienstbezirken diese ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Die Städte und Gemeinden im Kreis Borken werden von der Unteren Naturschutzbehörde gebeten, geeignete und interessierte Bürgerinnen und Bürger für die Aufgabe als Naturschutzbeauftragter zu benennen.
  • Der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde schlägt daraufhin die Naturschutzbeauftragten für die jeweiligen Bezirke vor. Abschließend werden die Naturschutzbeauftragten durch die Untere Naturschutzbehörde bestellt.
  • Rechtliche Grundlagen: § 69 Landesnaturschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (Quelle: Internetseite des Kreises Borken)
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