Effizienz als Energiequelle

Schlossgespräch zum Ausstieg

"Wir müssen den politischen Willen haben, aber das ist zum Glück eine erneuerbare Ressource." Dies war die Antwort des Theologen Prof. Dr. Andreas Lienkamp von der Universität Osnabrück auf die Frage „Energiewende - aber wie?“, der er sich am vergangenen Dienstagabend im Ahauser Schloss stellte.

AHAUS

von von Denise Perrevort-Elkemann

, 12.10.2011, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diskutierten engagiert über die Energiewende (v.l.): Prof. Dr. Andreas Lienkamp, Monika Griefahn, Moderator Jürgen Döschner und Ursula Heinen-Esser.

Diskutierten engagiert über die Energiewende (v.l.): Prof. Dr. Andreas Lienkamp, Monika Griefahn, Moderator Jürgen Döschner und Ursula Heinen-Esser.

Dem stimmte Monika Griefahn unumwunden zu. Sie sei überzeugt, dass der einzige Weg ein konsequentes Umdenken sei. Griefahn setzt sich für das sogenannte „Cradle-to-cradle“-Prinzip ein: Es sei wichtig in kompletten Produktionsabläufen zu denken und so Energieverbrauch und Müll im Vorfeld zu reduzieren. „Es ist eine politische Aufgabe, dieses Umdenken voran zu treiben“, so Griefahn. „Wir brauchen Zeitpläne, konkrete Jahreszahlen und vor allem einen politischen Hebel - einen Energiebeauftragten.“ Auf die Frage des Moderators, warum die Politik so zögerlich reagiere, antworte die Staatssekretärin Heinen-Esser: „Wir haben im Energiekonzept einen festen Monitor aufgebaut, einen durchdachten Zeitrahmen. Aber wir sind vorsichtig, weil wir nur erreichen wollen, was auch verkraftbar ist.“ Die Kritik aus dem Publikum, dass gerade die Kosten aus dem Atomausstieg einzig vom Steuerzahler übernommen werden müssen, wies sie vehement zurück: „Es ist Fakt, dass die Kraftwerksbetreiber die Rückbaukosten der Kraftwerke übernehmen müssen. Daran gibt es keinen Zweifel.“

Zweifel an dieser Aussage gab es hingegen im Publikum und zudem die Frage, welche Folgen der Atomausstieg für die Region habe. Dazu Heinen-Esser: „Der Müll aus der Asse wird hier definitiv nicht hinkommen. Im Bereich Urananreicherungsanlage in Gronau allerdings, so muss ich zu geben, ist meine Eloquenz zurückgegangen.“ Und da war sie wieder die Frage, „Energiewende – aber wie?“

Lesen Sie jetzt