Ehemann gesteht: Frau in Badewanne ertränkt

Mysteriöser Tod aufgeklärt

Was erst aussah wie ein tragischer Unglücksfall hat sich jetzt – über ein Jahr später – als Tötungsdelikt herausgestellt: Ein 54-jähriger Arzt muss sich bald vor Gericht wegen des Vorwurfs verantworten, seine zwei Jahre jüngere Ehefrau, eine Gynäkologin, im Mai vergangenen Jahres in der Badewanne ertränkt zu haben.

AHAUS

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 04.10.2011, 09:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Frau hätten einige Ungereimtheiten keine Ruhe gelassen, so der Oberstaatsanwalt. Um was genau es sich dabei handele, wollte er mit Hinweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht sagen. Fest steht aber: Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Aussage der Zeugin – selbst Ärztin und Nachbarin des Opfers – sehr ernst genommen. Zu ihr war der Tatverdächtige gelaufen und sie um Hilfe gebeten, als er angeblich nach einem Besuch bei einem Bäcker seine Frau leblos in der Wanne gefunden hatte und seine eigenen Reanimationsversuche nicht geglückt seien. Nach seinen Angaben hatte er seiner Ehefrau selbst das Badewasser eingelassen und habe dann das Haus verlassen, um Brötchen zu holen. Die Aussage der Zeugin ließ die Staatsanwaltschaft in den Keller steigen und die Akten wieder hochholen. Es dauerte noch gut ein halbes Jahr, in denen die Ermittler weitere Untersuchungen durchführten. Dann hatte sich der Tatverdacht derart verfestigt, dass sie den Ehemann des Opfers am Mittwoch vergangener Woche zum Gespräch einluden. Oberstaatsanwalt Beck spricht von „intensiven Vernehmungen“. Am Ende stand ein Geständnis, das der 54-Jährige, der bis 2002 in leitender Position im Marien-Krankenhaus Ahaus gearbeitet hat, am Freitag ablegte.

Inzwischen befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags – und nicht wegen Mordes. Der mutmaßliche Täter habe sich so eingelassen, dass seine Frau bewusstlos war, als er sie unter das Wasser gedrückt habe, erklärt Beck. Ein Motiv für die Tat könnten die Belastungen psychische Erkrankung des Opfers gewesen sein.  

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