Ein Gefühl der Solidarität für Kinder und Jugendliche

Soziale Lerngruppen

Beim Caritasverband Ahaus-Vreden gibt es das Angebot der sozialen Lerngruppen. Dabei bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme.

06.03.2019, 19:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Nutzung digitaler Medien gerät das soziale Miteinander in den Hintergrund.

Bei der Nutzung digitaler Medien gerät das soziale Miteinander in den Hintergrund. © picture alliance / dpa

Sozial braucht digital – so lautet die Jahreskampagne 2019 des deutschen Caritasverbandes. Aber auch umgekehrt gelte dies, weiß Hildegard Roling, Leiterin der Jugendhilfe des Caritasverbandes Ahaus-Vreden, aus ihrer langjährigen Erfahrung zu berichten.

Erlebnispädagogische Elemente

Gerade bei der zunehmenden Bedeutung der digitalen Medien in den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen gerät das soziale Miteinander immer mehr in den Hintergrund. Deshalb werde das Angebot der sozialen Lerngruppen für viele Kinder und Jugendliche immer wichtiger. Höre sich der Begriff „Soziale Lerngruppe“ auch etwas sperrig an, so Hildegard Roling, so verberge sich dahinter ein Angebot, bei dem die Kinder und Jugendlichen miteinander spielen, toben und auch bei erlebnispädagogischen Elementen eigene Talente, aber auch Grenzen erfahren.

Geschützter Raum

Sie bieten aber auch die Möglichkeit, sich Geheimnisse anvertrauen und in einem geschützten Raum über Dinge sprechen und sich Unterstützung bei Gleichaltrigen holen. Dadurch entstehe, so Caritas-Mitarbeiterin Vera Reimer, ein Gefühl der Solidarität bei den Teilnehmern und das Wissen darum, mit ihren Problemen und Anliegen nicht allein zu sein. Die Gründe für die Teilnahme sind so unterschiedlich wie die Kinder und Jugendlichen selbst: Da ist der elfjährige Kai, der im Schulbus Mobbing erfährt und nicht weiß, wie er sich verhalten soll. Aber auch Finn, 13 Jahre, der häufig aufbrausend ist und bei Konflikten seine Aggressionen kaum in den Griff bekommt.

Zoff mit den Eltern

Die zwölfjährige Marie hat sich völlig zurückgezogen, seit ihre Eltern sich getrennt haben. Und Sophia (14) würde am liebsten aus ihrem Elternhaus ausziehen, weil es immer wieder Zoff mit ihren Eltern gibt, seitdem sie versucht, in der Pubertät eigene Wege zu gehen und dabei die Grenzen, die ihre Eltern setzen, nicht akzeptieren will.

„Häufig trauen sich Familien nicht, sich Unterstützung in einer Beratungsstelle zu holen“, so Matthias Wahl von der Caritas. Dahinter möge der Gedanke stecken, sich zu outen, weil in ihrer Familie etwas nicht stimme oder die Angst, versagt zu haben. Wahl: „Es gibt keine Familien, in denen es nicht zu solchen oder ähnlichen Schwierigkeiten kommt. Ist der erste Schritt erst einmal gegangen, bekommen die Mitarbeiter der Beratungsstelle sowohl von den Eltern, aber auch den Kindern und Jugendlichen häufig die Rückmeldung, wie hilfreich und entlastend die Unterstützung ist.“

Nicht selten kommt von den Kindern und Jugendlichen am Ende eines Gruppenangebotes die Frage, ob sie nicht noch einmal daran teilnehmen dürfen. Alle Angebote sind kostenlos.

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