Ein neues Leben für die Krippe der Burgschule in Ottenstein

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Nach Wurmbefall hat Krippenbauer Norbert Brügging aus Ottenstein eine neue Krippe für die Burgschule gefertigt. Seine Frau Ingrid hat den antiken Krippenfiguren neues Leben eingehaucht.

Ahaus

, 23.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kleider sind abgenutzt, Köpfe und Hände voller Würmer und der Stall ist alt und kaputt. Die Krippe der Burgschule in Ottenstein war nach vielen Jahren im vorweihnachtlichen Dienst nun wirklich nicht mehr ansehnlich.

Kein Wunder, denn Krippenbauer Norbert Brügging aus Ottenstein schätzt, dass die Krippe mehr als 50 Jahre alt ist. Deshalb hat er sich bereiterklärt, einen neuen Stall zu bauen, während seine Frau Ingrid die Figuren restauriert hat.

Wurmbefall im Krippenstall

Gertrud Vennemann, OGS-Koordinatorin der Grundschule, hat selbst einmal eine Krippe bei Norbert Brügging gekauft und war deshalb sicher, dass seine Hobby-Werkstatt auch für die Restaurierung der Schul-Krippe die richtige Adresse ist. Am Mittwoch stand dann die erste Begutachtung seit der Übergabe Anfang des Jahres an.

Zu der alten Krippe gehören neun über 50 Zentimeter hohe Figuren. Doch seit einiger Zeit wohnen unliebsame Holzwürmer in den fein geschnitzen Köpfen und Händen von Josef, Maria und Co.

Kleines Weihnachtswunder

Zum Glück hat Ingrid Brügging einen Weg gefunden, die Würmchen loszuwerden. Mit einer kleinen Kanüle hat sie in zwei Arbeitsgängen ein Mittel in die Wurmlöcher gespritzt und dann mit speziellem Holzwachs und Farbe die Löcher versiegelt. Anschließend hat sie die Kleider geflickt. Nun sehen die Figuren aus wie neu.

Ingrid Brügging erzählt mit einem breiten Lächeln von einer zauberhaften Entdeckung, die sie während der Arbeiten gemacht hat: „Alle Figuren waren total von Würmern befallen, nur das kleine Jesuskind blieb verschont“, erklärt sie das kleine Weihnachtswunder. Auch die Schar der Schafe, die aus Gips bestehen, hat sie einer Erneuerungskur unterzogen. Abgebrochene Hörner und Ohren wurden gespachtelt, mit Gips nachgebildet und dann originalgetreu wieder angemalt.

Nicht irgendein Holz

Für seine teils maßgefertigten Krippenställe benutzt Norbert Brügging ausschließlich altes Eichenholz. „Das ist robust und schwer“, weiß er. Aber es ist gar nicht so leicht daran heran zu kommen. Von den unterschiedlichsten Orten bekommt der Hobby-Werker sein Qualitätsholz.

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„Ich konnte schon mit Holz von der Alstätter Kirche oder Gründungspfählen aus Ottenstein arbeiten. Das Holz aus Ottenstein war 800 Jahre alt“, erklärt der Ottensteiner begeistert.

Ein neues Leben für die Krippe der Burgschule in Ottenstein

© Anna-Lena Haget

Für die Krippe der Ottensteiner Burgschule hat er einen 200 Jahre alten Eichenbalken organisiert, den er in einem Sägewerk zuschneiden ließ. Dann verbrachte er mehrere Stunden in seiner Werkstatt, um aus den Brettern die einen Meter hohe Krippe zu bauen.

Auch die Kinder von Ingrid und Norbert Brügging haben die Burgschule besucht, deshalb haben sich die Eheleute von der Schule nur die Materialkosten, nicht aber die vielen Stunden Arbeit bezahlen lassen. „Das ist uns einfach eine Herzensangelegenheit“, erklärt das Paar.

Atelier im Keller

Zusammen mit sieben Schülern der OGS kommen Gertrud Vennemann und die Rektorin Inga Tenspolde an diesem Mittwochnachmittag, um die Krippe abzuholen. Mit dabei war auch Olaf Thieler. Er ist Hausmeister der Schule und freut sich, sich beim Aufbauen der Krippe bald wieder voll auslassen zu können.

Die Krippe steht da schon im Flur des Hauses bereit. „Die ist so schwer, die konnte ich nicht nach unten tragen“, erzählt Norbert Brügging lachend. Damit meint er den Keller, in dem sich sein Atelier befindet.

Strahlende Kinderaugen

Die Kinder schleichen die Treppe hinunter, um sich die anderen Arbeiten des Rentners anzusehen. „Wahnsinn! Das müsst ihr euch angucken!“, tönt es nach oben, „Hier ist es wie im Museum!“. Mit strahlenden Augen gehen die Grundschüler durch die Ausstellung.

Gertrud Vennemann ist zufrieden. „Einige Kinder kennen die Tradition zu Weihnachten eine Krippe aufzustellen nicht mehr“, erklärt sie. „Deshalb freue ich mich, wenn sie durch solche Besuche und die Krippe in der Schule nicht den Bezug dazu verlieren.“

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