Ein Tor zum Gedenken übergeben

Am jüdischen Friedhof

„Was bringt uns der Blick in die Geschichte, wenn man nicht bereit ist, daraus zu lernen?“ Diese von Pfarrer Heinrich Plaßmann gestellte Frage beantwortete Künstler Walter Wittek aus Vreden am Freitagabend bei der Übergabe des von ihm selbst gestalteten Tors für den jüdischen Friedhof an der Wessumer Straße treffend: „Wir haben die Verantwortung, und die werden wir nicht los.“

AHAUS

von Von Manfred Elfering

, 09.11.2012, 19:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pfarrer Heinrich Plaßmann sprach zu den vielen Anwesenden, die sich gestern Abend rund um ihn und das neue Eingangstor des Friedhofs versammelt hatten.

Pfarrer Heinrich Plaßmann sprach zu den vielen Anwesenden, die sich gestern Abend rund um ihn und das neue Eingangstor des Friedhofs versammelt hatten.

„Wir sind überwältigt davon, wie viele der Einladung heute gefolgt sind. Das freut uns sehr“, hatte Plaßmann die deutlich mehr als 100 Bürger aller Generationen begrüßt und sprach damit auch für den Arbeitskreis Ökumene der evangelischen Christusgemeinde und der katholischen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt, der das Projekt federführend betreute. Der Pfarrer spannte den Bogen zu seinem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, schilderte seine Gefühlswelt bei ihrem Anblick und beschwor die Kraft der Erinnerung für ein „Nie wieder“. Auch der jüdische Friedhof in Ahaus diene sowohl als ein Mahnmal dafür wie auch als Denkmal. Ebenfalls beeindruckt zeigte sich der Geistliche, dass in nicht ganz zwei Jahren das Tor allein aus Spendenmitteln finanziert werden konnte – sei es von Institutionen oder Einzelpersonen, von Firmen oder gar Schülern.

Plaßmanns besonderer Dank ging daher – neben allen Beteiligten und Spendern, Pastoralreferentin Ute Albrecht und Ingeborg Höting vom Arbeitskreis Ahauser Geschichte sowie dem Ehepaar Wittek – an die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Realschule, die nicht nur mit einer großen Spende zur Realisierung des Tors beigetragen hatten, sondern auch Beeindruckendes bei der Aufarbeitung der Ahauser Geschichte leisteten. Bürgermeister Felix Büter schloss sich dem an und brachte seine große Freude über das gute Gelingen zum Ausdruck: „Türen und Tore machen auf etwas aufmerksam und laden ein, hindurchzugehen.“ Dass dies auch bei diesem Tor der Fall sein werde, davon war er überzeugt. „Wenn ein künstlerisches Werk fertig ist, muss es für sich selber sprechen“, schloss Wittek. Mit einer Gedenkminute endete die Übergabe. Im Anschluss erklang ein Benefiz-Konzert mit dem Klezmer-Ensemble „Bublischki“ in der Christuskirche, das die Spendenaktionen abschloss.

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