Einblicke aus dem Corona-Alltag: Strumpfhose statt Sportplatz

Kolumne zum Coronavirus

Wie ein Sportredakteur ohne Sport arbeiten kann, erlebt derzeit unser Mitarbeiter Sascha Keirat. Themen zu finden fällt aber offenbar leichter als Arbeit und Familie unter einem Dach zu vereinen.

Ahaus

, 23.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leere auf dem Sportplatz: Die normale Sonntagsarbeit hat sich für Sportredakteure vom Fußballplatz ins heimische Wohnzimmer verlegt.

Leere auf dem Sportplatz: Die normale Sonntagsarbeit hat sich für Sportredakteure vom Fußballplatz ins heimische Wohnzimmer verlegt. © picture alliance/dpa

Homeoffice. Kenne ich doch, ist doch kein Ding. So ähnlich habe ich gedacht, als wir unsere Arbeit vor über einer Woche fast komplett von der Redaktion in die eigenen vier Wände verlegt haben. Schließlich hatte ich als Sportredakteur ja schon öfter von zu Hause aus gearbeitet. Nach Fußballspielen am Abend zum Beispiel, oder mal so für einen Nachmittag.

Jetzt, da diese Ausnahmen zur Regel geworden sind, muss ich sagen: Das kann doch eine Herausforderung sein. Während die eigentliche Arbeit zum Glück auch zu Hause weiter machbar ist, stellt die Verknüpfung von daheim sein und dabei arbeiten doch einen Balanceakt dar. Wie soll ein Kleinkind, das kaum raus darf, auch verstehen, dass Mama und Papa die ganze Zeit da sind, aber eigentlich doch nicht?

Naseputzen und Streitschlichten

Da wird man schon mal mitten im Artikelschreiben zum Naseputzen, Strumpfhose-Hochziehen oder Streitschlichten abkommandiert. Aber das ist eigentlich die schönste Seite an der aktuellen Situation: Die Kinder viel mehr um sich zu haben als sonst. Auch wenn wir einander zwischenzeitlich auf den Wecker fallen – unterm Strich haben alle doch mehr voneinander.

Deutlich anstrengender hatte ich mir dagegen die Themenfindung vorgestellt. Wie soll man täglich eine Seite mit Lokalsport füllen, wenn doch gar kein Lokalsport mehr stattfindet? Aber das hat bislang wirklich gut geklappt. Schließlich lebt der Sport trotzdem weiter, die Sportler müssen mit der Situation umgehen, machen sich Gedanken, schmieden Pläne. Und eine große Hilfe sind dabei natürlich auch die Themenvorschläge, die die Sportler bislang schon von sich aus an uns herangetragen haben. Dafür schon jetzt ein Dankeschön!

Ruhiger Sonntag

Doch gerade am Wochenende merke ich schon, wie sich alles von jetzt auf gleich verändert hat. Der Sonntag, bei uns im Lokalsport normalerweise einer der arbeitsreichsten und längsten Tage, ist plötzlich der ruhigste der Woche. Als Ausnahme mal ganz wohltuend – aber auf Dauer dann bitte doch wieder mit ein paar Stunden am Sportplatz oder in der Halle.

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