Einblicke in den Corona-Alltag: Blöde Sprüche an der Supermarkt-Kasse

Corona-Kolumne

Einkaufen kann Spaß machen. Auch im Verbrauchermarkt. Findet zumindest Redakteur Till Goerke. Doch in Zeiten der Corona-Krise ist alles anderes. Und das liegt nicht etwa am Mundschutz.

Ahaus

, 02.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Bezahlen wartet im Verbrauchermarkt oft der Ärger.

Nach dem Bezahlen wartet im Verbrauchermarkt oft der Ärger. Vor der Corona-Krise war das nicht so ausgeprägt, findet Redakteur Till Goerke. © picture alliance/dpa

Eigentlich gehe ich ganz gerne einkaufen. Im Kopf male ich mir dabei aus, was ich mit den Lebensmitteln alles Schönes kochen kann. Oder meine Frau. Doch von dieser unbeschwerten Leichtigkeit ist in Zeiten von Corona nicht mehr viel übrig geblieben. Und das hat nicht mal etwas mit dem Mundschutz zu tun, sondern vielmehr mit dem Kassenbereich.

Zugegeben, das Tragen eines Mundschutzes nervt mich. Punkt. Und ja: Ich tue es dennoch gewissenhaft, um andere Menschen zu schützen. Gewöhnungsbedürftig ist es dennoch. Doch damit kann ich beim Einkaufen sogar noch leben. Auch mit den Abstandsmarkierungen im Kassenbereich. Diese freuen mich sogar, denn so fahren mir die Leute wenigstens nicht mit ihrem Einkaufswagen in die Hacken.

Die Waren plumpsen in den Einkaufswagen

Doch was praktisch jedes Mal zum Verzweifeln bringt, sind die Szenen, die sich während und nach dem Bezahlen abspielen. Zumindest in den Verbrauchermärkten, in denen ich mich rumtreibe. Etwas, das vor der Corona-Krise nicht so ausgeprägt war. Warum nicht? Keine Ahnung.

Jedenfalls zieht die oder der Verkäufer(in) in einem irrsinnigen Tempo die Produkte über den Scanner. Piep. Piep. Piep. Doch dahinter endet das Kassen-Laufband. Also plumpst alles mehr oder weniger in den Einkaufskorb. Soweit ja kein Problem. Doch jetzt kommt das Aber.

Beim Vorbeikommen wird es im Kassenbereich eng

Schließlich wollen die Waren nach dem Bezahlen auch ordentlich in den Einkaufstaschen verstaut werden. Dafür brauchen die einen länger und die anderen eben weniger. Und jetzt zum eigentlichen Problem: Der Bereich nach den Kassen ist platz-technisch überschaubar. Steht ein Einkaufswagen „unglücklich“ zur Kasse, wird es mit dem Vorbeikommen schon eng.

Erst recht, wenn man gewillt ist, den Leuten nicht zu nahe zu kommen. Also heißt es warten, bis die Leute vor einem alles verstaut haben und es zugleich hinnehmen, dass einem der nächste bereits auf die Pelle rückt. Oder die Langsam-einpacker freundlich bitten, Platz zu machen.

Irgendwie ist das Bitten keine gute Lösung mehr

Klingt nach einer guten Lösung, ist es aber bei mir zuletzt gar nicht mehr gewesen. Von „haben Sie keine Geduld?“ über „was quatschste mich von der Seite an?“ bis hin zu gar keiner Reaktion war alles dabei. Negativer Höhepunkt: „Dann geh halt nicht einkaufen und bau dein Gemüse selbst an!“.

Ne, so macht Einkaufen wirklich keinen Spaß (mehr). Ich hoffe, das legt sich nach der Krise. Vorher ging das ja auch alles reibungsloser mit dem Einpacken. Egal zu welcher Tageszeit. Die Hoffnung stirbt jedenfalls zuletzt.

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