Einblicke in den Corona-Alltag: Die Vorfreude auf die Schule steigt!

Coronavirus

Acht Wochen haben wir unsere Kinder zu Hause beschult. Das hat bald ein Ende und sorgt für selten erlebte Begeisterung. Und für große Wiedersehensfreude.

Ahaus

von Simone Schulze Beikel

, 12.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein bunter Kalender,Videos und Post der Lehrer, das alles gehört zu unserem neuen Corona-Schul-Alltag.

Ein bunter Kalender,Videos und Post der Lehrer, das alles gehört zu unserem neuen Corona-Schul-Alltag. © Privat

Unseren Kalender zieren seit wenigen Tagen mehrere bunte Einträge. Farblich haben wir die Tage markiert, an denen die Kinder nach gut achtwöchiger coronabedingter Pause wieder zur Schule dürfen. Der Jüngste startet schon in dieser Woche, und auch die anderen beiden wissen schon, wann sie – zumindest einen Teil ihrer Mitschüler – wiedersehen werden.

Die Freude bei den Kindern ist groß, auch wenn einige Auflagen erfüllt werden müssen. Im Schulbus zum Beispiel muss eine Maske getragen werden, das Schulgebäude darf nur über einen bestimmten Eingang betreten werden und für den Gang zur Toilette und für die Pause herrschen nochmal ganz besondere Bedingungen.

Schulutensilien im ganzen Haus

Die Klassenlehrer können sich leider auch nicht teilen, sodass die aus den Klassen gebildeten Gruppen im Rotationsverfahren abwechselnd von unterschiedlichen Lehrern in den Hauptfächern unterrichtet werden. Trotzdem sind die Drei bester Dinge. „Es fühlt sich ein bisschen so an wie das Wiedersehen nach den Sommerferien“, sagt unser zwölfjähriger Sohn. Für uns auch.

Achten wir sonst täglich darauf, dass die Schulsachen nach den Hausaufgaben wieder ordentlich in den Tornister geräumt werden, sind die Schulutensilien mittlerweile im ganzen Haus verteilt. Von der Küche übers Esszimmer und Büro bis hin zu den Schreibtischen in den Kinderzimmern – in fast jedem Raum sind Buntstifte, Anspitzer, ausgedruckte Arbeitsblätter, Projektcollagen, Bücher und Hefte zu finden. Also erstmal alles wieder einsammeln, sortieren und für den anstehenden Schultag im Tornister verstauen.

Die Kinder dürfen in der Schule – anders als sonst – keinerlei Materialien untereinander tauschen. Und auch die Lehrer müssen den Kindern gegenüber den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Jeder, der schon mal den Schulalltag vor Corona in einer Grundschulklasse beobachtet hat, weiß, wie schwer das umzusetzen ist.

Unsere Bilanz ist bisher positiv. „Unsere“ Schulen und vor allem die Lehrer haben ihr Bestes gegeben. Per Post, Videos, Emails, telefonisch und im Online-Chat haben sie Kontakt zu den Kindern gehalten und sich regelmäßig erkundigt, ob alles in Ordnung ist oder es Fragen zu den Hausaufgaben gibt.

Ein Tag im Schlafanzug

Und auch unsere Kinder haben sich in den Wochen des Home-Schoolings wacker geschlagen. Auch wenn kein regulärer Unterricht stattfand, haben sie doch einiges gelernt: eigenverantwortliches Arbeiten, E-Mails lesen und schreiben und kleine Gerichte kochen.

Außerdem wissen sie jetzt, wie man Mama, Papa und seine Geschwister in den Wahnsinn treibt, wie es ist, einen ganzen Tag im Schlafanzug zu verbringen und welche Konsequenzen es hat, wenn man den Abgabetermin der Hausaufgaben verpasst. Wir sind uns sicher: Auch daran wächst man.

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