Einblicke in den Corona-Alltag: Sport ist immer noch Mord, auch online

Coronavirus

Eigentlich ist Redakteurin Victoria Garwer jede Woche im Schwimmbad. Da das geschlossen ist, müssen Alternativen her. Eine Herausforderung für einen bekennenden Sportmuffel.

Ahaus

, 20.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Yoga im eigenen Wohnzimmer per Video: Was einfach aussieht, ist ganz schön anstrengend.

Yoga im eigenen Wohnzimmer per Video: Was einfach aussieht, ist ganz schön anstrengend. © picture alliance/dpa

Ich bin ein unsportlicher Mensch, schon immer gewesen. Bei Fahrradtouren mit der Familie bin ich die langsamste, in der Schule habe ich ständig meine Sporttasche vergessen und beim Abitur war ich nur froh, dass die Sportnote nicht in den Durchschnitt gerechnet wurde.

Aber natürlich weiß ich, dass Bewegung gesund ist, und so gehe ich einmal pro Woche mal mehr mal weniger motiviert ins Schwimmbad. Denn ich habe früh gemerkt: Im Wasser ist Sport wenigstens ein bisschen angenehmer. Der Schweiß klebt nicht auf der Haut, man fühlt sich herrlich leicht und nicht so trampelig und unkoordiniert wie an Land.

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Nun aber sind die Schwimmbäder schon seit Wochen geschlossen und die Badewanne ist zum Sporttreiben eher weniger geeignet. Die Badeseen sind gesperrt und sowieso noch viel zu kalt. Und so sitze ich seit Wochen auf dem Trockenen.

Yoga ist anstrengender als es aussieht

Ich machte mich auf die Suche nach Alternativen. Erste Idee: Yoga im eigenen Wohnzimmer. Das ist doch entspannend nach einem Tag im Homeoffice, dachte ich. Youtube lieferte die entsprechenden Anleitungen per Video.

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Doch während die sanfte Stimme etwas von Entspannung, tiefen Atemzügen und innerer Ruhe säuselte, rutschten meine schweißnassen Hände auf der Gymnastikmatte weg. Gehetzt schaute ich zum Bildschirm, nur um mich zu wundern, wie leicht das bei der sportlichen und drahtigen Dame aussah. Nach zwei Versuchen und einigen Tagen Muskelkater habe ich die Yoga-Idee zu den Akten gelegt.

Ansturm in Schwimmbädern abwarten

Es folgten Spaziergänge, Fahrradausflüge, Gymnastikübungen mit Online-Unterstützung, Inliner-Touren und der einfache Vorsatz, mich beim Arbeiten öfter hinzustellen. Ich scheiterte kläglich, immer wieder. Mir fehlt die Motivation, das Durchhaltevermögen und ganz ehrlich auch die Lust.

Aber zu schwimmen, das vermisse ich wirklich. Ich bin eine Wasserratte und dafür gibt es einfach keinen würdigen Ersatz. Zum Glück öffnen die Bäder jetzt wieder. Aber vielleicht sollte ich noch warten, bis der erste große Ansturm sich wieder legt. Und dann mal schauen, wie lange die Motivation reicht.