Einblicke in den Corona-Alltag: Videoschalte ins Homeoffice der Kollegen

Coronavirus

Die Corona-Krise zieht weiter unbeirrt ihre Kreise. Das persönliche Gespräch hat in diesen Zeiten wenig zu melden, Videokonferenzen und Online-Chats laufen ihm den Rang ab. Auch im Redaktionsalltag.

Ahaus

, 30.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei der Videokonferenz erhalten auch die Mitarbeiter der Redaktion der Münsterland Zeitung Einblicke ins Homeoffice ihrer Kollegen.

Bei der Videokonferenz erhalten auch die Mitarbter der Redaktion der Münsterland Zeitung Einblicke ins Homeoffice ihrer Kollegen. © Stefan Grothues

Die Technik ist ein echter Segen: Sonst stehen wir morgens zur Konferenz an zwei Stehtischen mit Blickrichtung zum großen Bildschirm an der Wand – und in der Corona-Krise treffen wir uns in der Videokonferenz. Da sind schon mal bis zu zehn Leute miteinander verbunden und tatsächlich ist es bislang noch nicht dazu gekommen, dass alle gleichzeitig loslegten. Wir sind also ganz diszipliniert, lassen uns aussprechen – fast so, als stünden wir uns gegenüber.

Spannend: Der Blick ins Homeoffice der Kollegen

Was spannend ist: Videokonferenzen erlauben einen Blick ins Homeoffice der Kollegen. Eher gesagt, auf einen Teil, nämlich die Wand hinter ihnen. Wir warten schon alle darauf, dass die Kollegin auch mal ein so schönes blaues Kleid zur Konferenz trägt wie die wohl adelige Dame auf dem Porträt, das links hinter ihr an der Wand hängt. Das hat Stil, muss ich sagen. Da liegen andere Hintergründe wie reine Raufaser aber ziemlich weit hinten…

Wieder andere Wände lassen darauf schließen, dass Bücher zumindest bei Tageszeitungsjournalisten nicht aus der Mode gekommen sind. Schade, dass die Videobilder nicht groß genug sind, um die Titel auf den Rücken der Bücher lesen zu können, die die Regale hinter manchen Kollegen zieren. Man könnte ja mal Bücher tauschen. Da haben wir doch gleich ein Gesprächsthema, wenn wir dann irgendwann mal wieder gemeinsam im Großraumbüro sitzen.

„Dienst mit Herz“ ausgerufen

Zwischen den zwei Videokonferenzen werden dann fleißig übers Internet Nachrichten ausgetauscht – das geht fast so fix wie ein Gespräch. Aber weil der Ton manchmal die Musik macht, habe ich letztens den „Dienst mit Herz“ ausgerufen, weil ich meine Dankbarkeit über die per Textnachricht gezeigte Bereitschaft der Kollegen, Dinge zu erledigen, mit einem roten Herzchen markiert habe.

Worauf es von Seiten anderer Kollegen ironische Breitseiten hagelte. Hier wie bei manchem anderen, per Text ausgetragenen Scharmützel, fehlen mir die Menschen. Bei aller Technik: Zusammen lachen ist doch in einer echten Runde schöner.

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