Einblicke in den Corona-Alltag: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist...

Corona-Kolumne

Ein krähender Hahn und ein Hemd statt T-Shirt – das schon Wochen währende Corona-Homeoffice hält so mache Überraschung bereit.

Ahaus

, 01.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, wird das Wetter anders, oder es bleibt, wie es ist". Das Krähen eines Hahns begleitet Redaktionsleiter Bernd Schlusemann seit ein paar Tagen durch den Tag im Homeoffice.

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, wird das Wetter anders, oder es bleibt, wie es ist". Das Krähen eines Hahns begleitet Redaktionsleiter Bernd Schlusemann seit ein paar Tagen durch den Tag im Homeoffice. © picture alliance / dpa

Die Corona-Krise bringt es für uns Journalisten mit sich, dass sich die Nachrichtenlage stündlich, ach was, sogar innerhalb weniger Minuten ändern kann. Für uns im Lokalteil ist das alles überschaubar. Anders ist es bei den Kolleginnen und Kollegen in den Mantelressorts. Das sind die Redaktionen, in denen die überregionalen Nachrichten auf die Zeitungsseiten oder ins Netz gestellt werden.

Wochenlang liefen bei mir im Homeoffice NTV oder andere Nachrichtensender am Fernsehen. Da gab es dann so manche Nachricht, die wir gut lokal herunterbrechen konnten.

Überregionale Nachrichten in Dauerschleife – dann doch lieber lokale

Mittlerweile ebbt die Nachrichtenflut rund um das Coronavirus etwas ab, die Sender haben auch wieder Raum für coronafreie-Themen und Wiederholungen. Da kommt es dann wieder häufiger vor, dass Nachrichtenbeiträge im Stundenrhythmus wiederholt werden und Nachrichten zum dritten Mal mit fast gleichem Inhalt über den Sender gehen. Bei mir läuft daher mittlerweile wieder das Lokalradio.

Das Homeoffice ist bei mir nur selten damit verbunden, auch Termine wahrzunehmen. Also tut es auch ein T-Shirt bei der Arbeit vor den beiden Monitoren. Zuhause ist in dieser Sache offenbar schon ein Gewöhnungseffekt eingetreten. „Warum hast Du ein Hemd an?“, lautete in dieser Woche die Frage, als ich zum Termin wollte. Ich hoffen, dass ich schon bald wieder täglich ein Hemd anziehen werde.

„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist...“

In meinen Kolumnen habe ich einige Male etwas über den Blick aus dem Fenster geschrieben. Das mache ich heute nicht. Dafür schreibe ich über Geräusche am Fenster. Seit ein paar Tagen höre ich einen Hahn krähen. Nicht nur morgens früh, zur Aufstehzeit, sondern ständig. Ich habe das Tier noch nicht gesehen, wenn ich aber von seinem Imponiergehabe auf sein Aussehen schließe, dann muss es ein sehr schönes, ein prächtiges Tier sein.

Vermutlich gehört der Hahn schon zum neuen Bauerhofkindergarten, der gerade gegenüber meiner Parzelle entsteht. Aber das werde ich sicher noch herausfinden. Der Hahn ist mir jedenfalls lieber als eine Kreuzung oder eine stark befahrene Straße vor der Tür.

In diesem Sinne, einen schöne Start in die verkürzte Woche.