In Ahaus wurde ein Fall der Hasen- oder auch Wildkaninchenpest entdeckt. Sie ist auf den Menschen übertragbar. © picture alliance/dpa
Hasenpest in Ahaus

Fälle der Hasenpest in Deutschland nehmen zu – Aktuell ein Fall in Ahaus

In Ahaus ist ein Fall der Hasenpest aufgetaucht. Die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar. Das kommt selten vor, kann aber im schlimmsten Fall auch für Menschen tödlich enden.

Bei einem verendeten Feldhasen in Ahaus wurde die Hasenpest (Tularämie) festgestellt. Die Erkrankung tritt überwiegend bei wildlebenden Hasen und Wildkaninchen auf. Sie kann aber auch Menschen infizieren.

Auffälligste Krankheitsanzeichen sind Schwäche, Mattigkeit, Abmagerung und verändertes Verhalten wie Ausbleiben des Fluchtreflexes. Die Hasenpest ist eine Infektionskrankheit, die auch auf Menschen übertragen werden kann. Es handelt sich um eine sogenannte Zoonose. Daher sollte jeglicher Kontakt mit einem verendeten Feldhasen oder Wildkaninchen vermieden werden.

Krankheit ist nicht neu

Handelt es sich bei der Hasenpest (Tularämie) um eine neuartige Krankheit, die wilde Hasen und Kaninchen befällt? Nein, weiß Werner Lenting, er ist Leiter des Hegerings Ahaus-Heek. „Die Kaninchenpest gab es im Kreis Borken länger nicht“, sagt er, aber neu sei sie bei weitem nicht.

„Die Krankheit taucht immer mal wieder auf“, sagt der Hegeringsleiter im Gespräch mit der Redaktion. Das sei auch nur natürlich. In den vergangenen vier Jahren etwa habe die Hasenpopulation erfreulicherweise wieder zugenommen. Sodass es nur natürlich ist, dass dann auch ab und zu wieder ein Fall der Hasenpest auftaucht.

Man lässt der Natur freien Lauf

Die Tularämie ist laut Werner Lenting wirtschaftlich gesehen aber nicht annähernd so gefährlich wie die derzeit um sich greifende Afrikanische Schweinepest (ASP). „Dabei geht es ja um erhebliche wirtschaftliche Folgen für Schweinehalter“, so Lenting.

Damit die ASP nicht auf die Hausschweinbestände der Landwirte übergreift, werden Wildschweine in Deutschland derzeit stark bejagt. Doch die Eindämmung der Tiere ist nicht so leicht. Hasen und Kaninchen werden laut Werner Lenting jetzt wegen der Hasenpest aber nicht stärker bejagt als sonst: „Da lässt man der Natur eher freien Lauf.“

Nach Infektion sind Menschen über Jahre immun

Und was ist, wenn man sich als Mensch doch mal anstecken sollte? Wie würde sich das äußern? Laut eines Artikels der Pharmazeutischen Zeitung aus dem Jahr 2020 (https://bit.ly/3nz1Nwt), sterben die meisten Tiere innerhalb von 4 bis 13 Tagen nach der Infektion.

Beim Menschen verläuft die Krankheit allerdings weniger dramatisch. Sie kann zwar ebenfalls zum Tod führen, das passiert jedoch selten. Abgesehen von Symptomen wie Fieber, Unwohlsein und Muskelschmerzen ist das klinische Bild der Tularämie sehr unterschiedlich. So können auch Lungenbeschwerden auftreten. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Nach einer überstandenen Infektion ist man über Jahre immun.

Situation in Deutschland

Im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch für meldepflichtige Krankheiten für das Jahr 2019 des Robert-Koch-Institutes steht geschrieben: „Im Jahr 2019 wurden 72 Erkrankungen an Tularämie übermittelt. Die seit 2013 steigende jährliche Fallzahl setzt sich damit auch 2019 fort.“

Damit man sich aber gar nicht erst ansteckt mit der Hasenpest, empfiehlt es sich die Tiere völlig in Ruhe zu lassen. Junge Hasen und Kaninchen sollten ohnehin nicht von Menschen angefasst werden. Es ist nur natürlich, dass Muttertiere über Stunden auf Futtersuche sind. Sie kommen aber zurück, es sei denn ihre Jungen riechen nach Mensch.

An Untere Jagdbehörde oder Revierinhaber wenden

Wer ein totes Wildkaninchen oder einen toten Hasen findet, sollte ebenfalls die Finger davon lassen. Jeder Fall dieser Infektionskrankheit sowohl bei Menschen als auch bei Tieren ist meldepflichtig, auch wenn die Krankheit nur sehr vereinzelt auftritt.

Wer verendete Feldhasen oder Wildkaninchen auffindet, sollte umgehend entweder den zuständigen Revierinhaber verständigen, oder aber die Untere Jagdbehörde des Kreises Borken (Ansprechpartner Norbert Kortstegge, Tel. 02861/6813010). Diese beiden können eine Untersuchung über das Veterinäramt des Kreises Borken veranlassen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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