Fahrradfahren gehört zur Identität der Niederländer

Kolumne Grenzenlos

Jede Woche wirft unsere Kolumnistin Naomi Herwing einen Blick ins Nachbarland. Die Niederländerin lebt in Ahaus und stammt aus Geleen in der Provinz Limburg.

von Naomi Herwing

Ahaus

, 19.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fahrradfahren gehört zur Identität der Niederländer

+++ Symbolfoto +++ © Foto: Sylvia vom Hofe

Wir bewegen uns auf die dunkle Jahreszeit zu, was leider häufig von regnerischem Wetter und niedrigen Temperaturen begleitet ist. Da wir es aus dem Sommer gewohnt sind, viel Zeit unter freiem Himmel zu verbringen, möchten wir auch jetzt nur ungern darauf verzichten.

Zum Glück gibt es genug Möglichkeiten, sowohl unter freiem Himmel, bei passendem Wetter, als auch unter Dach, als Ausweichmöglichkeit. Die Niederländer sind bekanntermaßen ein Volk von Fahrradfahrern und lieben es, draußen zu sein. Darum verwundert es auch nicht, dass es in den Niederlanden 1,5mal so viele Fahrräder wie Einwohner gibt.

Fahrradfahren gehört zur Identität der Niederländer

© Foto: Thorsten Ohm

Es stellt sich unweigerliche die Frage, wieso die Holländer bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs sind. Zu diesem Thema wurde die Dokumentation „Why we cycle“ von einem niederländischen Soziologen produziert. Er leitet ein, dass das Fahrrad seit den 1950ern immer weiter vom Auto verdrängt wurde.

Die vielen Unfälle und die negativen Auswirkungen des steigenden Konsums rückten das Auto aber in ein schlechtes Licht, in deren Folge das Fahrrad wieder deutlich beliebter wurde. Die Ölkrise in den 1970ern und die sparsame Ader der Niederländer tat ihr übriges.

Das Fahrradfahren ist Teil unserer Identität, sogar die Nationalsozialisten wussten damals nicht wirklich damit umzugehen. Straßensperren konnten zwar größere Fahrzeuge aufhalten, Fahrradfahrer konnten aber einfach drum herumfahren.

Heute gibt es einige Erleichterungen, um bei Wind und Wetter durch die ganze Stadt zu fahren. Das E-Bike hat es vielen Holländer einfacher gemacht, obwohl diese Möglichkeit nicht so oft in Anspruch genommen wird, wie hier in Deutschland; die sparsamen Holländer.

Früher konnten in größeren Städten Fahrräder kostenlos geliehen werden. Sie waren an markanten Punkten zu finden und waren lediglich aufgeschlossen an eben diesen wieder zu platzieren nach erfolgter Nutzung. Leider ist nicht jeder dazu geeignet, mit fremdem Eigentum umzugehen, weshalb dieser Versuch scheiterte. Naomi Herwing

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