Fahrradstraße bleibt strittig

Kritik an Abbindung

Auch knapp ein Jahr nach ihrer Einführung bleibt die Fahrradstraße Ammelner Weg in Wüllen umstritten. Kritik gibt es aus unterschiedlichen Gründen: von Anwohnern und von der Feuerwehr. Das Thema wird die Politik noch weiter beschäftigen.

WÜLLEN

, 23.06.2014, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Mirko, Konrad und Leon benutzen die Fahrradstraße täglich - und die Viertklässler finden sie gut. Aber nicht alle Wüllener können sich mit der Regelung anfreunden.

<p>Mirko, Konrad und Leon benutzen die Fahrradstraße täglich - und die Viertklässler finden sie gut. Aber nicht alle Wüllener können sich mit der Regelung anfreunden.

Diese Einschätzung teilt im Grundsatz auch Helmut Kappel, Bezirksbeamter der Polizei. „Für die Radfahrer ist die Fahrradstraße eine gute Lösung. Es gibt aber leider immer noch einige Autofahrer, die sich trotz der Abbindung zum Hohen Weg durchquetschen wollen – weil sie die Strecke Jahrzehnte lang gefahren sind.“ Die Durchfahrtsperre für Autofahrer ist allerdings für viele Wüllener ein rotes Tuch. Weil sie nun Umwege fahren müssen. Oder weil nun vor ihrer Haustüre mehr Autos fahren, zum Beispiel auf der Danziger Straße, auf der Breslauer Straße oder auf dem Grünen Weg.

Kritik an der Abbindung kommt aber auch von der Feuerwehr. „Das ist für uns ein großes Problem“, sagt der Wüllener Löschzugführer Christian Kruthoff. „Wenn wir Einsätze in Richtung Ahaus haben, müssen wir jetzt immer durchs Dorf fahren. Das dauert länger und ist gefährlicher. Und auch etliche Feuerwehrleute, die im Einsatzfall zuerst zum Gerätehaus fahren, müssen Umwege in Kauf nehmen.“ Aus seiner Sicht müssen auf jeden Fall die Betonkübel-Absperrungen beseitigt werden. „Dann können die Einsatzwagen im Notfall passieren, selbst wenn dort noch Durchfahrtsverbotsschilder stehen bleiben“, so Kruthoff.

Ordnungsamtsleiter Theo Witte kennt die widersprüchlichen Einschätzungen der Fahrradstraße. Aus seiner Sicht bietet die derzeitige Regelung einen echten Gewinn für die Sicherheit der Radfahrer auf dem Ammelner Weg. „Und das war ja das seit langem angestrebte Ziel.“ Bis zum Herbst seien noch viele Gespräche mit den Betroffenen, Beobachtungen und Verkehrszählungen geplant. Witte: „Wir wollen belastbare Fakten. Dann wird die Verwaltung einen Vorschlag machen, wie es weiter gehen soll. Entscheiden muss am Ende die Politik.“

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