Familie Arifovic darf vorerst bleiben

Nach Kirchenasyl

Die beiden Kirchengemeinden in Ahaus haben das Kirchenasyl für Familie Arifovic aufgehoben. Der Grund: Der Kreis Borken hat der Familie Donnerstagmorgen eine befristete Duldung ausgesprochen - erst einmal für drei Monate. Noch am Nachmittag hat die Familie die Wohnung im Kirchenasyl verlassen und ist in ihre Wohnung in Graes zurückgekehrt.

AHAUS

, 22.12.2016, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Familie Arifovic darf vorerst bleiben

Familie Arifovic hat die vergangenen zwei Monate im Kirchenasyl in der Kaplanei verbracht. Jetzt haben sie vorläufiges Bleiberecht und können Weihnachten in ihrer Wohnung in Graes feiern.teine

Endgültig geklärt ist der Status der Familie deswegen aber noch nicht: Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, erklärt dazu: "Wie im Vorfeld verabredet, haben sich die Eheleute im Kreishaus Borken eingefunden, um ihre Aufenthaltsangelegenheit zu regeln. Entgegen vorheriger Absprache konnten sie allerdings immer noch keine Arbeitsnachweise als belastbaren Nachweis der eigenständigen Sicherung des Lebensunterhaltes und keinen Mietvertrag vorlegen." Das muss nun schnellstens nachgeholt werden. Denn: "Für eine Aufenthaltslegalisierung ist dies zwingende Voraussetzung", so Gördes weiter. Der Kreis könne für die Familie zunächst nur eine befristete Duldung für die Dauer von drei Monaten aussprechen.

Die Familie habe zugesagt, die Unterlagen unverzüglich, spätestens bis Mitte Januar 2017, der Ausländerabteilung des Kreises zukommen zu lassen. Gördes weiter: "Vom Kreis wurden die Eheleute darüber informiert, dass die Thematik Ausreise wieder anstehen wird, sofern nicht nächster Zeit eine eigenständige Sicherung des Lebensunterhaltes erfolgt."

Verschiedene Namen

Gördes weist in seiner Mitteilung noch auf eine Unklarheit hin: Laut den amtlichen Unterlagen, die dem Kreis vorliegen, heißt die Familie Maksutovic - nicht Arifovic. Eine Erklärung gibt es vom Unterstützerkreis der Familie prompt: "Dabei handelt es sich um den Mädchennamen der Mutter", erklärt Jens Steiner, der sich für das Bleiberecht der Familie stark gemacht hatte. Auch die noch fehlenden Dokumente werde man zügig nachliefern.

Insgesamt ist er sehr zufrieden mit dem Ausgang: "Ich freue mich, dass es nun gelungen ist, eine Lösung zu finden, die der Familie Arifovic ein dauerhaftes Leben in Ahaus ermöglicht."

Nach dem Ende des Kirchenasyls könnten die Eheleute ihre Arbeit wieder aufnehmen und den Lebensunterhalt ihrer Familie selbstständig bestreiten. Steiner: "Ich setze darauf, dass der Kreis auch in Zukunft eine Empfehlung der Härtefallkommission respektieren wird."

"Mit dem heutigen Tag heben wir nach fast sieben Wochen das Kirchenasyl für Familie Arifovic auf", freute sich Pfarrer Olaf Goos von der evangelischen Christusgemeinde in Ahaus am Donnerstagmorgen im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Die Familie könne nun Weihnachten in ihren eigenen vier Wänden feiern. "Wir sind über diese Entwicklung sehr erleichtert und freuen uns mit der Familie", sagt Olaf Goos.

Dank an die Helfer

Sein Amtskollege Heinrich Plaßmann von der katholischen Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt ergänzt die Freude um den Dank an die Helfer: "Wir danken allen, die die Familie und uns in diesen Wochen auf vielfältige Weise unterstützt haben."

Die Familie selbst war am Donnerstagabend beim Auszug aus der Wohnung in der Kaplanei - wo sie während des Kirchenasyls untergebracht war - überglücklich: "Es ging uns sehr gut hier, aber die letzten zwei Monate kamen mir vor wie zwei Jahre", sagte Bodana Arifovic. Erst Anfang dieser Woche habe sie daran geglaubt, dass ihre Familie tatsächlich in Deutschland bleiben dürfe. Die fehlenden Unterlagen wollen sie nun direkt nachreichen. Und dann wieder zurück an die Arbeit und zurück in ihr Leben in Graes.

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