Fast 1000 Euro für gescheiterte Abschiebung

Aufenthaltserlaubnis

AHAUS Nach neun Jahren ist der Serbe in Ahaus endlich angekommen. Er hat eine Frau, ein zweijähriges Kind und eine Aufenthaltserlaubnis. Der Mann könnte also rundum glücklich sein – wäre da nicht eine Rechnung über fast 1000 Euro, für die er überhaupt kein Verständnis hat.

von Von Martin von Braunschweig

, 14.10.2009, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Geld soll der Ahauser dafür berappen, dass er am 26. September 2006, dem Tag seiner geplanten Abschiebung untergetaucht war. All seine Versuche, auf legalem Weg im Land bleiben zu dürfen, waren damals gescheitert. Nicht einmal eine eilig geschlossene Ehe mit einer Mazedonierin, die in Besitz einer Aufenthaltserlaubnis war, hatte ihm etwas gebracht.   „Wir haben natürlich sofort an eine Scheinehe gedacht und die Abschiebung deshalb weiter vorangetrieben“, räumten die Behörden gestern vor Gericht ein.

Trotz Fehleinschätzung soll der Serbe zahlen Dass diese Vermutung falsch war, zeigte sich erst 2007, als der Ahauser wieder auftauchte und stolz verkündete, dass aus der Ehe inzwischen ein Kind hervor gegangen sei. Seitdem besitzt der Mann eine eigene Aufenthaltserlaubnis. Doch trotz der offensichtlichen Fehleinschätzung muss er für sein Versteckspiel von 2006 nun tief in die Tasche greifen. Zum damaligen Zeitpunkt habe die Behörde keinen Fehler gemacht, deshalb sei der Serbe allein für die Kosten der gescheiterten Abschiebung heranzuziehen, urteilte das Verwaltungsgericht. von

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