Flüchtlinge bekommen eine große Unterkunft

Ratsentscheidung

Jetzt soll die Flüchtlingsunterkunft an der Fürstenkämpe doch so gebaut werden, wie die Verwaltung sie vorgestellt hatte: als einteiliger Bau für 35 Personen. Diese Entscheidung hat der Rat am Donnerstag gefällt - mit einem denkbar knappen Ergebnis.

AHAUS

, 19.12.2014, 15:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Befürworter des SPD-Antrags wollten so dem Willen der Anwohner folgen, die gegen den großen Bau protestiert hatten. Auch erklärten sie, dass eine Unterbringung in kleineren Einheiten der Integration diene und Probleme unter den Bewohnern verhindern helfe. Außerdem seien die Anwohner ja auch bereit, einen großen Teil für die Integration der Flüchtlinge zu leisten. „Und gerade das Umfeld ist für die Integration der Flüchtlinge ja wichtig“, sagte Klaus Lambers (SPD). Dieter Homann hielt dagegen, dass gerade die Flexibilität einer großen Unterkunft in Ahaus benötigt werde. Nur so könnten die unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen direkt untergebracht werden. Parallel müssten jedoch die dezentralen Unterkünfte weiter ausgebaut werden. „Die Willkommenskultur und das Engagement der Nachbarn hat ja wohl nichts mit der Bauform zu tun“, sagte er.

Thomas Wittenbrink (CDU) brachte dann auch noch den finanziellen Aspekt ins Gespräch. Schließlich würden die drei einzelnen Gebäude rund 400 000 Euro mehr kosten, als der große Bau. „Und für das Geld könnten wir direkt noch eine dezentrale Unterkunft bauen“, sagte er. Kurz vor der Abstimmung drohte die bis dahin sehr sachliche Diskussion noch zu kippen. Sie wurde dann von Bürgermeister Felix Büter beendet. Noch am Abend gab es eine Stellungnahme der Verwaltung: „Die Bauarbeiten werden nun so schnell wie möglich beginnen. Die ersten Flüchtlinge sollen im Sommer in das Gebäude einziehen“, heißt es.

Die Nachbarn an der Fürstenkämpe, die sich in einer Initiative zusammengeschlossen haben, wollen nun erst einmal die Feiertage abwarten und sich im Januar neu beraten.

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