Fotograf Hermann Roth porträtierte die Gesichter der Bundesrepublik

Ahaus AHAUS Von Adenauer bis Merkel, von Kulenkampff bis Gottschalk, von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bis Rainer Werner Faßbinder – als Fotograf und Kameramann hat der Ahauser Hermann Roth die Gesichter der Bundesrepublik porträtiert. Sein Favorit: Helmut Schmidt.

31.03.2009, 18:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fotograf Hermann Roth porträtierte die Gesichter der Bundesrepublik

Der Fotograf Hermann Roth zeigt sein persönliches »starkes Stück Deutschland«: Ein Porträt von Helmut Schmidt, aufgenommen im Jahr 1976 in München.

Gesicht  aus 60 Jahren bundesrepublikanischer Geschichte gar nicht lange überlegen.Er kann sich nur nicht zwischen zwei Aufnahmen entscheiden: dem wild entschlossen dreinblickenden Oppositionsführer Helmut Schmidt-(Schnauze), den Roth Mitte der 60er Jahre im Bonner Bundestag fotografierte, und dem gereiften Staatsmann und Kanzler Schmidt, den er ein Jahrzehnt später auf dem Marienplatz in München zusammen mit Willy Brandt ablichtete.Warum ausgerechnet Schmidt? „Das hat nichts mit Parteipolitik zu tun. Da will ich mich gar nicht festlegen“, sagt Hermann Roth. Er spricht stattdessen lieber über Schmidts Ehrlichkeit und Intelligenz. Über seine Macherqualitäten und sein Pflichtbewusstsein. Um dann zur Schlüsselszene für die Bewunderung des Altkanzlers zu kommen: „Wie der 1982 nach dem Misstrauensvotum und seinem Sturz Helmut Kohl zur Kanzlerschaft gratulierte: Das hatte echte Größe. Das ist heute noch ein bewegender Moment für mich.“Ein Moment aus 60 Jahren Bundesrepublik, zu der Hermann Roth zu allererst das Wort Freiheit einfällt. 1936 erblickte er in Ahaus das Licht der Welt, wuchs im Krieg auf erlebte Diktatur und Bombenhagel als prägende Bedrohung. Und dann das große Durchatmen nach dem Krieg: die Freiheit. „Mit der Gründung der Bundesrepublik war ja alles wie auf Null gestellt“, sagt Roth. Beste Voraussetzungen für einen jungen Mann mit bestandener Fotografenlehre. „Ich wollte ja in die Welt hinaus.“ Ihn zog es in den Süden, nach München, wo er bis zu seiner Pensionierung als Bildjournalist für das ZDF und den Bayrischen Rundfunk sowie als freier Fotojournalist arbeitete, mit einem Intermezzo als Kameramann für den WDR. Vor neun Jahren kehrte Roth aus seiner langjährigen Wahlheimat München in seine Heimatstadt Ahaus zurück. gro

Die Bundesrepublik wird 60 Jahre alt: Aus diesem Anlass fragen wir nicht nur Prominente: Was ist Ihr deutsches Ding? Schicken Sie uns bitte Bilder Ihrer Erinnerungsstücke, die für Sie wichtig sind und Geschichten aus sechs Jahrzehnten erzählen. Das kann der erste Fernseher, Führerschein oder Wagen sein, das Ticket für eine unvergessliche Reise oder ein Konzert, ein Spielzeug, Buch oder Bild. Sie können uns Text und Foto zum Gegenstand mailen (deutschland@ mdhl.de) oder per Post an: Münsterland Zeitung van-Delden-Straße 6-8 48683 Ahaus Einsendeschluss ist der 1. Mai 2009. Wir werden eine Auswahl der Einsendungen veröffentlichen und verlosen unter allen Teilnehmern einen Preis, den man sich nicht kaufen kann: Ein Frühstück mit Uwe Seeler, inklusive Bahnfahrt und Übernachtung in einem Hamburger Luxushotel.

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