Fraktionsvorsitzender Beckers wechselt zur UWG

Schreck für FDP

AHAUS Für einen kommunalpolitischen Paukenschlag hat am Wochenende Andreas Beckers gesorgt. Der bisherige FDP-Fraktionsvorsitzende trat aus der FDP aus und wechselte in die UWG-Fraktion. Als Grund nannte er die Annäherung seiner Fraktionskollegen an die CDU.

von Von Stefan Grothues

, 25.10.2009, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andreas Beckers verlässt überraschend die FDP-Fraktion.

Andreas Beckers verlässt überraschend die FDP-Fraktion.

Der Parteiaustritt sei ihm nicht leicht gefallen, erklärte der 47-jährige Architekt, der vor rund sechs Jahren zu den Neugründern der FDP in Ahaus gehörte und vor fünf Jahren als Fraktionsvorsitzender in den Rat eingezogen war. Erst im September war er in diesem Amt bestätigt worden. Rumort hatte es in der FDP schon länger, nachdem sich Bürgermeisterkandidat Reinhard Horst deutlich Atomkraft und Atommülltransporte nach Ahaus ausgesprochen hatte. „Ganz entgegen der bisherigen FDP-Linie in Ahaus“, wie Beckers betont. Die weitere Annäherung seiner Fraktionskollegen Reinhard Horst und Wolfgang Klein an die CDU brachte für Beckers das Fass zum Überlaufen. Beckers: „Das hat nichts mehr mit geradliniger Politik zu tun. Die FDP lässt sich zum Mehrheitsbeschaffer degradieren.“

Reinhard Horst bedauerte gestern Beckers‘ Schritt. „Wir haben gute Gespräche mit der CDU geführt. Wir wollen uns nicht für Posten verkaufen. Uns geht es um Sachthemen. Was in Bund und Land geht, muss auch in Ahaus möglich sein.“ Horst sagte, dass die Liberalen bis zum Schluss versuchten hätten, Beckers in der Fraktion zu halten. „Jetzt aber meinen wir, dass er sein Mandat zurückgeben sollte. Die Wähler haben ja die FDP und nicht ihn persönlich gewählt.“ Das sieht Beckers anders: „Ich bleibe Ratsherr. Die Stimmen galten ja nicht zuletzt der auch guten Arbeit, die ich in den letzten vier Jahren geleistet habe.“ Der UWG-Fraktionsvorsitzender Dieter Homann indes freute sich über den unverhofften Zuwachs. „Wir nehmen nicht jeden. Aber Andreas Beckers passt ganz gut in unsere Fraktion.“ 

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