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Frau geschlagen und Polizisten bedroht: Richter verurteilt 27-Jährigen zu Geldstrafe

mlzAmtsgericht

Er schlug einer Bekannten ins Gesicht, zertrümmerte eine Autoscheibe und drohte gleich drei Polizisten, sie zu erschießen. Am Montag stand ein 27-Jähriger deswegen vor Gericht.

Ahaus

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Mann war im vergangenen Mai auf dem Kaufland-Parkplatz in Wüllen mit einer ehemaligen Bekannten in Streit geraten und völlig ausgerastet. Erst schlug er ihr ins Gesicht, dann hämmerte er so lange mit dem Ellbogen gegen die Seitenscheibe ihres Autos, bis die zerbrach. Die Frau flüchtete zu Passanten, die die Polizei alarmierten.

Als die drei dazugerufenen Polizisten die Situation beruhigen wollten, wurden sie selbst attackiert und beschimpft. Neben wüsten Beleidigungen hat er sie auch direkt bedroht: „Ich knalle euch mit euren eigenen Waffen ab. Ich finde euch auf der Wache“, zitierte der Richter aus den Aufzeichnungen. Die Beamten überwältigten den Mann, legten ihm Fesseln an und brachten ihn zur Polizeiwache. Ein Alkoholtest ergab dort später einen Wert von rund 1,2 Promille Alkohol.

Angeklagter räumt alle Vorwürfe ein und entschuldigt sich

Die Vorwürfe räumte der Mann vor Gericht in vollem Umfang ein. Zwar könne er sich nicht an alle Details erinnern, doch glaube er, was in der Anklage stehe. „So, wie ich mich kenne, werde ich das gemacht haben“, sagte er. „Ich bin ausgerastet. Es geht nicht, was ich gemacht habe“, räumte er ein.

Sein Opfer, eine 24-jährige Verkäuferin aus Ahaus, leidet bis heute unter dem Vorfall: Die körperlichen Folgen, eine Nasenprellung, ein Schleudertrauma und ein abgesplitterter Zahn sind zwar verheilt, psychisch macht ihr der Fall aber immer noch zu schaffen. „Ich habe Albträume, Schlafstörungen und immer noch große Angst“, sagte die junge Frau, die sich nur in Begleitung eines Gerichtsdieners in den Saal wagte.

Arbeitsloser ist psychisch krank

Der 27-Jährige leidet am Borderline-Syndrom, lebt in Münster in einer Einrichtung des LWL und steht seit Jahren unter Betreuung. Eine Berufsausbildung hat er nicht, ist momentan wieder arbeitslos. Zum Zeitpunkt der Tat hatte er gerade wieder einen Job angenommen und auch eine neue Wohnung. Dadurch habe er sich enorm unter Druck gefühlt. „Allein morgens früh aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, war schlimm“, sagte er. Er wollte den Job unbedingt behalten und nicht wieder hinwerfen. „Ich bin aber abends nicht zur Ruhe gekommen und habe zur Flasche gegriffen“, sagte er. Was genau den Streit an jenem Abend ausgelöst hat, wurde vor Gericht nicht näher besprochen.

Inzwischen hat der Mann sich weitere Hilfe gesucht und eine Entgiftung hinter sich. Vor Gericht entschuldigte er sich bei seinem Opfer und auch bei den drei anwesenden Polizisten. „Ich hätte mich nicht wundern müssen, wenn ich selbst was vors Gesicht bekommen hätte“, sagte er. „Das darf auch nicht wieder passieren“, sagte er.

Der Richter glaubte seiner Entschuldigung, zog aber auch die zwei Vorstrafen des 27-Jährigen mit in die Abwägung: Am Ende stand eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je zehn Euro. Verurteilt wurde er wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, versuchter Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung.

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