Die Mauer am jüdischen Friedhof in der Wessumer Straße weicht für den Radverkehr. Drei Projekte im Radverkehrskonzept stehen in den Startlöchern. Der Rat hat am Mittwochabend einstimmig dafür gestimmt. © Stephan Rape
Fahrradstraßen kommen

Freie Fahrt für Radfahrer – drei Projekte stehen in Startlöchern

Der Radverkehr in Ahaus bekommt Rückenwind: Nach viel Vorbereitung ist das Radverkehrskonzept beschlossene Sache. Drei Projekte sollen zügig beginnen. Eins sogar noch in diesem Jahr.

Das neue Radverkehrskonzept für die Stadt Ahaus ist endgültig beschlossene Sache. Damit sollen in den nächsten Jahren Straßen und Wege für den Radverkehr optimiert werden. Der Rat hat den Planungen in seiner Sitzung am Mittwochabend zugestimmt – einstimmig.

Diskussionen gab es um das Konzept am Mittwochabend nicht mehr. Dafür ging die weitere Planung im Rat direkt über den Konzeptstatus hinaus: Der Rat hat zwei weitere Projekte auf den Weg gebracht: die Umwidmung der Schlossstraße zur Fahrradstraße und die Umgestaltung der Wessumer Straße.

Radfahrer bekommen Vorfahrt auf der Schlossstraße

Auf der Schlossstraße soll der Radverkehr in Zukunft Vorrang vor den Autos haben. Piktogramme auf der Straße und entsprechende Schilder sollen auf die geänderten Regeln hinweisen.

Unklar ist aber noch, wann die Piktogramme kommen: „Wegen der Witterung ist es möglich, dass das dieses Jahr nicht mehr klappt“, erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner.

Ludwig Niestegge (UWG) und Andreas Dönnebrink (SPD) fragten nach, wie es denn um die Zufahrt zum Kirmesplatz von der Schlossstraße aus stehe: Die sei für einen Großteil des Autoverkehrs verantwortlich und solle gesperrt werden. Der Kirmesplatz wäre dann nur noch über die Wüllener Straße und die Frauenstraße erreichbar. Dazu gab es am Mittwochabend noch keinen neuen Stand.

Wessumer Straße soll für mehr Sicherheit umgebaut werden

Einstimmig beschlossen haben die Politiker aller Fraktionen allerdings den Umbau der Wessumer Straße: „Nach der Königstraße ist die Wessumer Straße die für Radfahrer gefährlichste Straße“, betonte Ludwig Niestegge in der Sitzung. Die Umgestaltung sei dringend nötig.

Wie berichtet, soll in der Mitte der Wessumer Straße ein Pflasterstreifen eingebaut werden, der beide Fahrbahnen deutlicher als bisher voneinander trennt. Das Tempo in der Straße soll auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden und der Radfahrer gleichberechtigt auf der Straße fahren. Gleichzeitig soll die Mauer des jüdischen Friedhofs einige Meter zurückverlegt werden. Dazu habe es erste positive Vorgespräche gegeben.

Die seien inzwischen auch mit einer Bäckerei geführt worden, erklärte Thomas Hammwöhner in der Ratssitzung. Noch nicht endgültig geklärt ist, wie die Kreuzstraße zukünftig abgebunden werden soll, damit dort kein Autoverkehr mehr hineinfahren kann. Dafür sind auch noch weitere Gespräche mit den Anwohnern vorgesehen. Dafür hatte sich Thomas Vortkamp (CDU) in der Sitzung noch einmal starkgemacht.

„Gute Lösung für den Anfang“

Insgesamt empfand Christiane Gottheil (FDP) das als gute Lösung für den Anfang. Durch den Umbau werde der Verkehr in der stark befahrenen Straße spürbar entschleunigt. „Und das wird dann auch einen positiven Effekt auf den Verkehrsfluss haben“, sagte sie.

Andreas Dönnebrink (SPD) freute sich, dass in kurzer Zeit schon drei Projekte des Radverkehrskonzepts in den Startlöchern stehen. „Ob das funktioniert, müssen wir nachher sehen“, schränkte er allerdings direkt ein. Nicht jeder werde mit den neuen Lösungen glücklich sein.

Radverkehrskonzept wird als erstes an der Umflut sichtbar

Sichtbar wird das neue Radverkehrskonzept in Kürze auch an anderer Stelle: Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des neuen Radwegs entlang der Umflut beginnen: Von Mitte Oktober bis Mitte Dezember bleibt der Streckenabschnitt zwischen Kottland und der Wüllener Straße gesperrt. Wie die Verwaltung mitteilt, werden dabei auch Rückschnittarbeiten an der dortigen Wallhecke und einzelnen Bäumen durchgeführt.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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