Das Display steht schon. Die Spiele der Fußball-Europameisterschaft werden in der Innenstadt übertragen. Eine Großveranstaltung wie zu den vergangenen großen Turnieren soll es aber nicht geben. Geplant ist „Wohnzimmer-Atmosphäre". © Stephan Rape

Fußball-EM läuft live in der Ahauser City – in „Wohnzimmer-Atmosphäre“

Die Spiele der EM werden live auf dem Oldenkottplatz übertragen. Hunderte Zuschauer wie bei vergangenen Turnieren sind aber nicht zugelassen. Die Stadt hofft auf die Vernunft der Ahauser.

Beim Blick in die Ahauser Fußgängerzone könnte seit Anfang der Woche der Eindruck entstehen, die Pandemie ist fast kein Thema mehr: Zufriedene Menschen sitzen am Oldenkottplatz in der Außengastronomie und pünktlich wenige Tage vor dem ersten Anstoß der Fußball-Europameisterschaft bauen die Tobit.Labs das große Display auf. Gibt es also wie sonst bei den großen Fußball-Turnieren ein Public Viewing mit tausenden Zuschauern?

Nein. Übertragen werden die Spiele trotzdem. Allerdings eher in „Wohnzimmer-Atmosphäre“, wie Tobias Groten, Gründer der Tobit.Labs, es nennt: Zuschauer können sich vorab einen Tisch in der Außengastronomie reservieren und die Spiele von dort verfolgen.

Keine Veranstaltung, sondern nur ein Display im Biergarten

Tobias Grotens Erklärung: „Es ist keine Veranstaltung. Es ist nur ein Biergarten, wo sich jeder hinsetzen darf und – wenn er will – etwas bestellen kann.“ Das sei am Oldenkottplatz genau wie in den anderen Biergärten in der Stadt. Und der Platz selbst? Also die Fläche zwischen den Tischen und dem großen Bildschirm? „Das ist ja öffentlicher Raum“, sagt Tobias Groten.

Auch dort könne man die Spiele verfolgen – solange man sich an die Corona-Schutzverordnung halte: Heißt Abstand halten, im Zweifel Maske tragen. Separate Theken, wie bei den Public Viewings vor der Pandemie, werde es allerdings nicht geben.

Weitere Lockerungen können ab Freitag greifen

Gesetzt den Fall, die Inzidenzwerte entwickeln sich in den kommenden Tagen so weiter wie bisher, gelten ab Freitag weitere Lockerungen: Der Besuch der Gastronomie ist auch drinnen wieder ohne Test möglich, im öffentlichen Raum können sich beliebig viele Personen aus bis zu fünf Haushalten treffen oder bis zu 100 Personen aus beliebig vielen Haushalten – die allerdings nur mit negativem Test. Großveranstaltungen mit bis zu 1000 Besuchern und einem entsprechenden Konzept sind in NRW erst ab 1. September wieder zulässig.

Am Dienstagmittag ging es für Tobit.Labs-Gründer Tobias Groten erst einmal ins Rathaus. Die Arbeiten am Display waren da längst in vollem Gang. Doch die Verwaltung hatte noch einigen Klärungsbedarf. „Natürlich steht das Datum der Europameisterschaft lange fest. Dass wir aber plötzlich so viele Möglichkeiten haben, hat sich ja erst in der vergangenen Woche und am Wochenende ergeben“, sagt Bürgermeisterin Karola Voß.

Verwaltung ist froh, das Angebot in der Innenstadt machen zu können

Entsprechend kurzfristig seien einige Planungen gelaufen. „Wir sind sehr froh, dass wir in der Innenstadt dieses Angebot machen können und dass die Tobit.Labs uns dabei unterstützen“, erklärt sie.

Dabei geht sie davon aus, dass die Ahauser das Angebot mit großer Vernunft wahrnehmen: „Die Menschen wollen natürlich nach draußen, wissen aber auch, dass es einfach die veränderten Rahmenbedingungen gibt.“ Selbstverständlich werde die Stadt einen genauen Blick auf den Verlauf haben. Noch gibt es keine Obergrenze für Besucher auf dem Oldenkottplatz.

Mehrere Übertragungen entzerren das Publikum

„Wir handhaben das als normalen öffentlichen Raum und machen alle weiteren Regelungen von der Situation abhängig“, erklärt die Bürgermeisterin weiter. Sie gehe davon aus, dass es gut laufe. Möglich ist auch, dass weitere Sitzmöglichkeiten vor dem Bildschirm geschaffen werden. Die Planung laufe noch.

Gleichzeitig würden ja gerade auch alle Spiele im Schlossbiergarten übertragen. Das entzerre das Publikum sicherlich.

Platzreservierungen sollen über die Internetseite www.stattstattarena.de und die Chayns-App erfolgen. Dort werden auch andere Möglichkeiten, die Spiele in Ahaus live zu verfolgen, aufgelistet: zum Beispiel der Schlossbiergarten, das Unbrexit oder auch die Gaststätte Voss. Weitere sollen dazu kommen.

Deutschland spielt übrigens das erste Mal am Dienstag, 15. Juni, um 21 Uhr. Gegen Frankreich.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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