Ganz nah dran am Menschen

Modellprojekt Patientenpraktikum

Im Projekt Patientenpraktikum für Studierende der Humanmedizin sind mittlerweile die Hälfte der 34 Fakultäten deutschlandweit aktiv. Ein Erfolgsmodell, an dem sich auch Dr. Paul Levi beteiligt. Mit besonderem Hintergrund: Der Ärztemangel in den ländlichen Regionen wird zunehmend spürbar – motivierter Nachwuchs nachhaltig gesucht.

AHAUS

, 12.09.2014, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christoph Müller (r.) ist bereits der zehnte Student, der in der allgemeinmedizinischen Praxis von Dr. Paul Levi das Patientenpraktikum absolviert.

Christoph Müller (r.) ist bereits der zehnte Student, der in der allgemeinmedizinischen Praxis von Dr. Paul Levi das Patientenpraktikum absolviert.

Für Dr. Levi kein Problem: „Ich habe bisher mit allen Praktikanten sehr gute Erfahrungen gemacht. Dank seines Hintergrundwissens bringt Christoph eine besondere Qualität mit. Die sonst üblichen Berührungsängste sind so erst gar nicht aufgekommen.“ Die Verbindung von Theorie und Praxis sei enorm wichtig und könne in diesem Projekt sinnvoll und nachhaltig umgesetzt werden, so der Internist, der in der Region als Lehrpraxis auch noch für die Uni Münster zuständig ist. „Ziel ist der frühestmögliche Kontakt zum Patienten – dies alles unter Aufsicht. Gerade die wichtige Sozialkompetenz wird so geschult“, so Dr. Levi. In einer Woche lernte Christoph Müller nun die verschiedenen Facetten einer Praxis für Allgemeinmedizin kennen.

„Er zeigte sich sehr aufgeschlossen den vielfältigen Aufgaben gegenüber – ein Ergebnis seines Vorwissens. Wir sehen die Praktikanten als vollwertige Mitarbeiter. Und: Von dem heute an den Unis vermittelten Wissen profitiere auch ich“, sieht Dr. Levi in dem Modellstudiengang eine „Win-win-Situation“ durch „gegenseitigen Austausch“. Speziell eine Praxis für Allgemeinmedizin biete eine „besondere Spannweite“ dieses attraktiven Berufsfeldes. „Nicht nur der Dienst am Patienten – auch der gesamte administrative Bereich hat mich interessiert“, so der Student. Ob es später auch den Weg in Richtung allgemeinmedizinischer Praxis „auf dem Land“ einschlagen werde, dafür sei es noch zu früh.

Im achten oder neunten Semester steht das nächste Patientenpraktikum als Pflichtbestandteil des Studiums an – dann über zwei Wochen. Zum Abschluss des ersten Teils stand für den Gronauer gestern das Abschlussgespräch an – dokumentiert in einer Praktikumsbescheinigung. „Da braucht er sich keine Sorgen machen“, sagt Dr. Levi. Ab dem 7. Januar freut er sich auf mögliche neue Kandidaten aus Münster oder Düsseldorf. Die Patienten dürfen sich auf die nächsten „frischen Gesichter“ einstellen, die früh die Verbindung von Theorie und Praxis suchen…

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