Gebührenverzicht der Stadt tut Ahauser Gastronomen in der Krise gut

mlzNutzungsgebühren

Rund 14.000 Euro werden der Stadt Ahaus dieses Jahr fehlen. Geld, das sie an Gebühren für die Außengastronomie erhebt und jetzt gestrichen hat. Als Entlastung sehen das die Betroffenen.

Ahaus

, 01.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade haben sich die Politiker in Ahaus darauf geeinigt, auf die Gebühren „für die Sondernutzung des öffentlichen Verkehrsraumes“ in diesem Jahr zu verzichten. Mit Rücksicht auf die schweren Folgen, die die Corona-Pandemie besonders in der Gastronomie hinterlassen hat. Und nicht nur da. Neben gastronomischen Betrieben, die ihren Gästen einen Service im öffentlichen Außenbereich anbieten, müssen auch die Ahauser Einzelhändler normalerweise zahlen, wenn sie Werbeständer oder Waren vor der Tür platzieren. Von der jetzigen Entscheidung profitieren auch sie.

Lagen in der Fußgängerzonen sind die teuersten

Dabei werden sie alle nach festen Vorgaben zur Kasse gebeten. Entscheidend sind nicht nur die Größe des genutzten Bereichs, sondern auch die Lage. Wie Stefan Hilbring von der städtischen Pressestelle auf Anfrage mitteilt, sind das zwei Euro monatlich pro Quadratmeter in der Fußgängerzone, 60 Cent im übrigen Innenstadtbereich und 20 Cent an anderen Orten der Stadt.

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Für die Familie Masella, die das Eiscafé „San Remo“ in der Marktstraße betreibt, waren solche „Sondernutzungsgebühren“ ein großer Posten auf der Ausgabenseite. Schließlich können die Gäste dort auf rund 200 Quadratmetern ihre Eisbecher löffeln oder kleine Gerichte bestellen. „Ein vierstelliger Betrag wird es im Jahr sein“, sagt Anabela Masella. Sie und ihr Mann Donata finden es „super, dass die Stadt uns so entgegenkommt“.

Und ja, eine Entlastung sei das in jedem Fall. Zwar habe sich inzwischen „alles zum Besseren als gedacht gewandelt“, aber so wie vorher sei es eben natürlich nicht. Anabela Masella: „Vorher haben wir uns gedacht, wie wir das überhaupt schaffen können, aber jetzt glauben wir, dass wir es schaffen. Allerdings darf es auch nicht nochmal schlimmer werden.“ Und: Zwar sei zurzeit alles wieder fast normal, die Terrasse in den letzten Tagen gut besucht, aber auch nur die reduzierte Zahl der Gäste erlaubt.

Entlastung ja, aber...

Ganz ähnlich sieht Klaus de Cesero (Eiscafé Capri an der Marktstraße) die Situation: „Alles, was uns unterstützt, ist gut.“ Auch wenn die Gebühren, die er an die Stadt bislang zahlen musste, sich an einer vergleichsweise kleinen Außenfläche orientieren. Seit vier Wochen etwa laufe auch bei ihm das Geschäft wieder an, „aber eben nur die Hälfte“. Dabei sei nach der Winterpause, das Frühlingsgeschäft mehr oder weniger ausgefallen, das Sommergeld sei eigentlich da, um für den nächsten Winter zu sparen. Insofern sei die Nachricht von der Stadt zwar eine „wirklich gute Sache“. „Aber erst im Winter werden wir die Folgen der Krise wirklich sehen.“

Was ihn an der aktuellen Diskussion aber ärgert, ist die Haltung, dass von vielen erwartet wird, dass die Ersparnis durch die gesenkte Mehrwertsteuer 1:1 an die Kunden weitergegeben wird: „Das können sich Supermärkte erlauben, die auch in der Krise immer weiter verdient haben, gedacht ist die reduzierte Mehrwertsteuer aber, dass die Wirtschaft, also wir, etwas mehr Geld in der Kasse haben.“ Wichtig sei ihm, dass die Kunden sich dessen bewusst seien.

Kurze Saison und das Wetter muss mitspielen

„Sehr nett“ findet Angelika Rathmer, Pächterin des Schlosshotels am Oldenkottplatz, dass in diesem Jahr keine „Sondernutzungsgebühren anfallen. Auch das Schlosshotel bietet nämlich den gastronomischen Service draußen an. Der sei auch in letzter Zeit gut in Anspruch genommen worden. „Seitdem die Terrasse genutzt wird, geht es wieder ein bisschen bergauf. Allerdings sei die Außengastronomie saisonbedingt und vor allem wetterabhängig. Auch sie begrüßt aber den Vorstoß von Stadt und Politik zum Gebühren-Verzicht: „Alles hilft uns weiter, jeder Hunderter zählt.“

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