Am Dorfplatz in Alstätte muss für die geplante Umgestaltung eine Baulücke geschlossen werden. © Markus Gehring
Dorfplatzumgestaltung Alstätte

Geht es endlich voran mit der Planung um die Dorfplatzumgestaltung?

Seit mehreren Jahren ist die Rede von der Umgestaltung des Dorfplatzes in Alstätte, aber ganz so einfach scheint das nicht zu sein. Eine Baulücke muss geschlossen werden.

Viele wollen Mitspracherecht bei der Umgestaltung des Dorfplatzes in Alstätte. Doch ganz so einfach sind die vielen Wünsche bei der Planung nicht zu realisieren, denn die durchgeführte Verträglichkeitsuntersuchung zeigt, dass es städtebaurechtlich gesehen, genaue Vorgaben gibt.

Am Dienstag, 1. Dezember, traf sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr, wobei Verkehr abgetrennt wurde, um 19 Uhr in der Mensa der Irena-Sendler-Gesamtschule.

Schwieriges und verzwicktes Thema

Es sei ein schwieriges und verzwicktes Thema, das wurde gleich zu Beginn der Ausschusssitzung klar. Vorrangig gehe es nun darum, den rechtlichen Rahmen abzustecken, damit man in Schritten voran komme. So eröffnete der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner, den Abend bevor er das Wort an Stefan Kruse vom Stadtplanungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund übergab.

Der Städteplaner aus Dortmund sprach über zwei vorliegende Entwürfe unterschiedlicher Büros. Der Dorfplatz und somit der ehemalige zentrale Versorgungsbereich in Alstätte könne nicht einfach abgegrenzt werden. Um zu einem zentralen Versorgungspunkt zu werden, fehle dort aus rechtlicher Sicht sonst Lebensmittelfläche, das sähe aber der erste Entwurf vor. Auch bilde der erste Entwurf keine städtebauliche Einheit, wenn zwei einzelne Bereiche in Alstätte zu einem gemacht würden. Die Neuordnung mit Aldi und Edeka brauche zur Kirche und dem Dorfplatz einen sogenannten Lückenschluss, da in kleinen Orten auch geringe Entfernungen eine große Rolle spielen.

Baulicher Lückenschluss ist ein Muss

Der zweite Entwurf beinhalte keine unmittelbare bauliche Anbindung an die Kirchstraße, wenn dort wie im Entwurf vorgesehen Parkplätze entstünden. Insgesamt müsse man die Frage nach der Vereinbarkeit der Ziele und Grundsätze des Landesentwicklungsplans stellen und mit einbeziehen. Außerdem bleibe die Frage, ob es negative Auswirkungen auf andere zentrale Versorgungspunkte in Ahaus hätte. Davon sei aber nicht im Wesentlichen auszugehen. Das Zwischenfazit laute derzeit: „Der Standort Edeka und Aldi in Alstätte zählt nicht als Versorgungskern, darum muss das alte Zentrum mitgenommen werden“, so Stefan Kruse.

In der Diskussion um den Dorfplatz Alstätte soll es nun endlich vorwärts gehen.
In der Diskussion um den Dorfplatz Alstätte soll es nun endlich vorwärts gehen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Das fordert allerdings einen Lückenschluss. Sachkundige Bürger und Ausschussmitglieder stellten während der Sitzung mehrfach die Frage nach dem Dorfplatzcharakter und dem damit verbundenen Erholungsfaktor. Werde die bauliche Lücke zwischen beiden Standorten geschlossen, würden dann beispielsweise die im Dorfkern vorhandenen Bäume wegfallen?

Diese Sorge konnten Thomas Hammwöhner und Stadtplaner Stefan Kruse nachvollziehen. Trotzdem wies Stefan Kruse darauf hin, dass es aus baurechtlicher Sicht notwendig sei, eine bauliche Dichte zu schaffen. Thomas Hammwöhner wies darauf hin, dass alle vorgestellten Varianten noch nicht fest stehen und weiter ausgearbeitet werden müssen. Dafür komme auch ein Stufenmodell in Frage. Auch Investoren und Eigentümer sowie sachkundige Bürger sollen im Rahmen eines Arbeitskreises bei der weiteren Planung mitwirken können.

Ergebnis der Untersuchung zusammengefasst

Im Ergebnis der Verträglichkeitsuntersuchung könne festgehalten werden, dass das städtebauliche Konzept des Architekturbüros für den zweiten Entwurf

  • durch die Bildung eines zentralen Versorgungsbereichs mit den Vorgaben des Einzelhandelskonzeptes der Stadt Ahaus kompatibel ist,
  • mit den landesplanerischen Regelungen gemäß Landesentwicklungsplans NRW kompatibel ist
  • und lediglich für einen Standort in städtebaulich nicht integrierter Lage im Ortsteil Alstätte zu absatzwirtschaftlichen Auswirkungen führt, die diesen Versorgungsstandort gefährden können.

Insgesamt kann das Vorhaben in der zweiten Variante die Versorgungsstruktur im Ortsteil Alstätte laut Verträglichkeitsuntersuchung stärken und die Wiederherstellung eines zentralen Versorgungsbereichs begründen.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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