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„Generationenhof Schorlemer Straße“ bekommt Lob und Kritik

mlzWohnprojekt am Eichengrund

Mehrgenerationen-Wohnen ist an der Ecke Schorlemerstraße/Eichengrund geplant. Der Ausschuss für Stadtentwicklung sah in dem Vorhaben gute Ansätze, Anlieger sind alles andere als begeistert.

Ahaus

, 01.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Es gibt neue Pläne für das Grundstück an der Ecke Schorlemerstraße/Eichengrund. Unter der Bezeichnung „Generationenhof Schorlemer Straße“ sind von Investor Dr. Ralf Gerl aus Ahaus insgesamt 24 Wohnungen in vier Gebäuden geplant. Das in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung vorgestellte Projekt sieht 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen in einer Größe zwischen 47 und 149 Quadratmetern Wohnfläche vor.

Baumbestand

Planer Joachim Eble aus Tübingen erläuterte das generationenübergreifende Wohnvorhaben und zeigte sich vor allem vom parkähnlichen Garten begeistert. Allerdings sollen die Nadelbäume wie Zedern, Kiefern und Zypressen gefällt werden. „Dafür werden so gut wie alle Laubbäume erhalten.“ Entgegen früheren Planungen für das Areal (wir berichteten) sind weder Pkw-Stellplätze für Besucher, noch eine Tiefgarage geplant. Joachim Eble: „Wir können unter den Gebäuden keine Tiefgarage, sondern nur kleine Keller bauen, damit die Wurzelbereiche der Bäume nicht beeinträchtigt werden.“

„Sie schickt der Himmel“

Thomas Vortkamp (CDU) erinnerte an einen Antrag der Ahauser Christdemokraten aus dem Jahr 2007. Schon damals sei die Verwirklichung eines „Mehrgenerationenhauses“ angeregt worden. Thomas Vortkamp zu Joachim Eble: „Sie schickt der Himmel.“ Eine solche Wohnform könne man auch in Städten wie Ahaus gebrauchen.“

Ludwig Niestegge (SPD) sprach von einem architektonisch guten Ansatz. „Aber wir haben einige Kritikpunkte, zum Beispiel sind keine Besucherparkplätze geplant.“ Auch die geplante Firsthöhe von 11,95 Metern eines dreigeschossigen Wohngebäudes stieß auf Kritik. Ludwig Niestegge: „Ein Wir-Gefühl sollte es nicht nur auf dem Grundstück geben, sondern auch mit den Nachbarn.“ Die SPD könne die Planungen in dieser Form nicht mittragen.

Car-Sharing geplant

Planer Joachim Eble erkärte, dass 24 Wohnungen nicht zwangsläufig 24 Autos auf dem Grundstück zur Folge hätten. „Berechnungen zeigen, dass sich die Anzahl um bis zu zwei Drittel verringert.“ Zudem sei ein Car-Sharing-Pool ein wichtiger Baustein dieses Gemeinschaftsprojektes. Stadtplaner Walter Fleige regte an, über die Verteilung des ruhenden Verkehrs am Eichengrund noch nachzudenken.. „Aber wir sollten das Projekt nicht in Frage stellen.“ Bürgermeisterin Karola Voß sprach von einem außergewöhnlichen Konzept für Ahaus. „Das kann ein Vorzeige-Objekt werden. Ich würde mir wünschen, dass in der Nachbarschaft gesehen wird, was dort entstehen kann.“

„Generationenhof Schorlemer Straße“ bekommt Lob und Kritik

Anlieger des geplanten Bauvorhabens im Bereich Eichengrund/Schorlemerstraße sind mit den Plänen nicht einverstanden. Sie monieren vor allem die Dreigeschossigkeit und das Verkehrskonzept. © Christian Bödding

Was dort entstehen soll, das sehen die Nachbarn gar nicht gerne. Das wurde am Mittwochmittag bei einem Ortstermin mit zehn Anliegern deutlich. Mehrere Dinge stoßen ihnen sauer auf. Dazu gehört vor allem die vorgesehene Dreigeschossigkeit und die Anzahl der Wohnungen. „Das wird ein Riesen-Koloss, viel zu wuchtig“, sagte Andreas Müther über die geplante Firsthöhe des Dreistocks. Der Generationenhof werde die Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft deutlich überragen. Auch das in der Sitzung vorgestellte Verkehrskonzept passe nicht.

Die Anlieger gehen davon aus, dass - anders als dargestellt - sehr wohl die neuen Mieter ihre Fahrzeuge mitbringen werden. Dafür sei der Eichengrund verkehrstechnisch nicht ausgelegt. „Das gibt hier und an der Ecke Schorlemerstraße ein Verkehrschaos.“ Das Car-Sharing-Vorhaben sehen die Anlieger nicht ganz so euphorisch wie der Planer. „Für Car-Sharing ist der Kopf in Ahaus noch nicht weit genug“, sagte ein Anlieger.

Bedenken der Anlieger

Die Anwohnergemeinschaft würde es am liebsten sehen, wenn die Pläne überarbeitet werden und der Bebauungsplan nicht geändert wird. „Warum kann nicht das alte Vorhaben mit 16 Wohneinheiten und geringerer Firsthöhe realisiert werden? Hier geht es nur um Gewinnmaximierung.“ Ihre Bedenken wollen die Anlieger in Kürze den Ratsfraktionen und der Verwaltung mitteilen. Das Bauvorhaben auf diesem Filetgrundstück in der Innenstadt wird auch dem Gestaltungsbeirat der Stadt Ahaus vorgelegt. Das fünfköpfige Experten-Gremium besitzt zwar keine Entscheidungsbefugnisse, kann aber mit Empfehlungen die Entwicklung des Stadtbildes konstruktiv begleiten.

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