Generationenhof Schorlemerstraße: Rat verärgert über neue Pläne

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Weniger Parkplätze und keine Tiefgarage: Die neuen Pläne des Investors für den Generationenhof Schorlemerstraße sorgten im Rat für Verärgerung. Das Gremium monierte das Hin und Her.

Ahaus

, 29.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Vortkamp fasste am Mittwochabend in der Ratssitzung seinen Groll so zusammen: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln, das ist mit dem Ahauser Rat nicht zu machen.“

Bei ihm und etlichen anderen Ratsmitgliedern sorgten die neuen Pläne von Investor Dr. Ralf Gerl aus Ahaus zum geplanten Generationenhof Schorlemerstraße für Unmut.

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22 Wohnungen in mehreren Gebäuden sollen auf einem gut 5600 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Eichengrund, Schorlemerstraße und Sunderhues Esch entstehen. Bislang war vorgesehen, einen Teil der Stellplätze in einer Tiefgarage unterzubringen. Aktuell verzichtet der Investor auf die Tiefgarage.

Damit änderte der Investor schon zum zweiten Mal seine Pläne. In der ursprünglichen Planung aus dem November 2018 wurde auf eine Tiefgarage verzichtet. Ende 2019 war sie in den Plänen mit neun Einstellplätzen vorgesehen. Nun also der erneute Verzicht.

22 Wohnungen vorgesehen

Der Investor habe wegen der Änderung der Wohnungsanzahl das Parkkonzept überdacht, erklärte der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner. Denn auch da gab es gegenüber der ursprünglichen Planung Änderungen. Vorgesehen sind nun 22 Wohnungen.

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Der Investor verzichte „nach seiner Aussage auch zum Schutz der Bäume und auch aus Kostengründen auf die Tiefgarage“, berichtete der Technische Beigeordnete. Statt 33 werde es 28 Parkplätze geben. Dafür soll es „eine Vielzahl an E-Bike- und Fahrradstellplätzen geben“, sagte Thomas Hammwöhner. Darauf habe der Investor in einem Brief an die Stadt hingewiesen.

Die Änderung bei der Zahl und der Lage der Stellplätze erfordere eine erneute Offenlegung der Pläne mitsamt Bürgerbeteiligung.

Das Wohnhaus auf dem Grundstück an der Schorlemerstraße bleibt, es soll den Bewohnern der 22 Wohnungen als Gemeinschaftshaus dienen.

Das Wohnhaus auf dem Grundstück an der Schorlemerstraße bleibt, es soll den Bewohnern der 22 Wohnungen als Gemeinschaftshaus dienen. © Stephan Teine

„Die CDU-Fraktion ist verwundert über die neuen Vorschläge“, sagte der Fraktionsvorsitzende Thomas Vortkamp. „Wir haben uns auch darüber geärgert.“

Emotionale Debatten seien über das Vorhaben geführt worden, „auch mit den Anliegern“.

Der Rat habe schon alles entschieden „und dann kommt der Investor und bittet den Rat, erneut zu entscheiden, das ist nicht witzig“. Nichtsdestotrotz sei die Gesamtplanung gut, die CDU stehe dahinter. Die Fraktion würde es ein letztes Mal so mitragen, erklärte Thomas Vortkamp.

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Reinhard Horst (FDP) hatte sich nach eigener Aussage noch am Mittwoch mit Anliegern unterhalten. Dabei sei es um die Reduzierung der Stellplätze von 33 auf 28 gegangen. „Die Anwohner möchten, dass die Stellplätze vorwiegend auf dem Grundstück sind und nicht am Eichengrund.“

„Mit dem Entwurf angefreundet“

Das Konzept sieht dort sechs Parkplätze vor. Ansonsten hätten sich die Anwohner „mehr oder weniger mit dem Entwurf angefreundet“, berichtete Reinhard Horst. Es handele sich insgesamt um eine innovative Planung.

Dieser Meinung schloss sich Bürgermeisterin Karola Voß an. Sie sprach von einem hochwertigen Bauvorhaben. Zu der Frage der Stellplätze sagte sie, dass der Investor der Stadt schon entgegengekommen sei. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir einem Investor mehr Stellplätze als Wohneinheiten auferlegt haben.“

Ludwig Niestegge (UWG) kritisierte das Hin und Her bei der Planung einer Tiefgarage. „Vor zwei Jahren ohne, dann mit, jetzt wieder ohne. Man muss sich fragen, ob das die letzte Planung war.“ Die UWG sehe das Vorhaben mit kritischem Blick, „aber wir stimmen zu“, erklärte Ludwig Niestegge. Eine Innenverdichtung auf dem Gelände sei erstrebenswert.

Eine Skizze aus den ersten Plänen aus dem Jahr 2018 für den Generationenhof.

Eine Skizze aus den ersten Plänen aus dem Jahr 2018 für den Generationenhof. © moka-studio

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Dönnebrink hielt das Bauvorhaben für gut, „aber an der Stelle ist es überzogen“. Die SPD werde es ablehnen. Die Gebäudehöhen seien für die Anwohner nicht tragbar. So ist zur Schorlemerstraße eine dreigeschossige Bebauung vorgesehen.

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Klaus Löhring (Grüne) hakte noch einmal bei der Stellplatzfrage nach. Er wollte wissen, ob sich der Parkdruck in den Eichengrund und den Sunderhues Esch verlagere. Technischer Beigeordneter Thomas Hammwöhner berichtete, dass der Investor ein Car-Sharing-Projekt plane. Dies könne vertraglich abgesichert werden. „In Summe der Stellplätze und des Car-Sharing-Modells sehen wir durchaus eine Verträglichkeit für das Umfeld.“

Es darf nur vorwärts eingeparkt werden

Im Begründungsentwurf des Bebauungsplans heißt es: „Zur Vermeidung von Abgasen auf Nachbargrundstücken sollte per Parkschild darauf hingewiesen werden, dass nur vorwärts eingeparkt werden darf.“ Ausgenommen seien reine Elektrofahrzeuge.

Auf Antrag von Reinhard Horst, der sich wegen der Stellplätze „verhonepiepelt“ vorkam, wurde die Ratssitzung für zehn Minuten unterbrochen. Der Meinungsaustausch in den Fraktionen brachte als Mehrheitsergebnis die erneute Offenlegung der Pläne mit den vorgesehenen Änderungen.

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