Gesamtschule bekommt mehr Geld

Aus- und Umbau

Rund 1,1 Millionen Euro zusätzlich für den Aus- und Umbau der Gesamtschule Ahaus: Zwei Ausschüsse haben am Dienstag empfohlen, den Weg dafür frei zu machen. Vor allem die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr fühlten sich aber von der neuen Ausgabe überrumpelt. Sie sprachen von Salamitaktik. Die Verwaltung verteidigte ihre Planung. Am Ende standen zwei klare Entscheidungen.

AHAUS

, 10.11.2016, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die Bank betonten alle Politiker den enormen Wert der Gesamtschule und lobten das hohe Engagement der Lehrer beim Aufbau der Schule. Thomas Vortkamp (CDU) erklärte jedoch, dass die Stadt ja bereits umfangreich in die Schule investiert habe. "Jetzt stehen erneut 1,1 Millionen Euro an, die außerhalb der Haushaltsberatung auftauchen. Langsam verlieren wir da den Überblick", sagte er.

Er kritisierte die unterjährigen Ausgaben. Reinhard Horst (FDP) forderte die Aufstellung einer Vollkostenrechnung. "Man hat mich belächelt, als ich gesagt habe, das Projekt Gesamtschule wird uns zehn Millionen Euro kosten. Weit entfernt davon werden wir nicht sein", sagte er.

Scheibchenweise Wahrheit

Ludwig Niestegge (SPD) konnte nachvollziehen, dass die Stadt eine sehr gute Schule bekommt. "Richtig ist aber auch, dass wir 2014 mit fünf bis sechs Millionen Euro geplant haben. Es macht schon sehr nachdenklich, dass jetzt scheibchenweise die Wahrheit auf den Tisch kommt", sagte er und schloss sich der Kritik von Reinhard Horst an.

Das wollte Norbert Rose vom Fachbereich Immobilienwirtschaft nicht stehen lassen: Die bisher beschlossenen Baukosten von 5,8 Millionen Euro seien um 180000 Euro überschritten worden. Schon damals sei aber klar gewesen, dass je nach Anforderung weitere Ausgaben für die Schule fällig werden. Das bestätigte Hubert Kersting (UWG): "Wer die Schulbedarfsplanung damals aufmerksam gelesen hat, wusste, dass die Gesamtschule zusätzliche Räume benötigt."

Viel Geld investieren

Alfons Gerick (SPD): "Wir werden auch in Zukunft noch viel Geld in die Schulen investieren müssen." Er habe über lange Jahre im Schulausschuss die Illusion verloren, langfristig planen zu können. "Dafür verändert sich die Schullandschaft zu schnell."

"Wir können nicht in die Zukunft sehen", ergänzte Norbert Rose. Die Ausgabe sei für 2017 vorgesehen. Deswegen würden noch vor der Haushaltsberatung die betroffenen Fachausschüsse informiert. Wie es weitergehe, sei offen. Am Ende stimmte der Planungsausschuss für die Ausgabe - nur Reinhard Horst war dagegen. Der Schulausschuss stimmte bei einer Enthaltung dafür. Die Mittel sollen nun in den Haushalt für 2017 eingeplant werden.

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