Franka Vruwink musste sich am Samstag erst einmal von dem Schock erholen: Das Feuer in der Tiefgarage von Samstagnacht hat auch das Ladenlokal in Mitleidenschaft gezogen, in dem sie eigentlich am Mittwoch ihr Modegeschäft eröffnen wollte. © privat
Markt 5

Geschäftsleute kämpfen mit den Folgen der Brandstiftung von Samstagnacht

Den Brand in der Tiefgarage hatte die Feuerwehr in der Nacht zu Samstag schnell unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. Doch die Geschäftsleute in dem Haus kämpfen noch mit den Brandfolgen.

Die Nachricht erreichte sie am frühen Samstagmorgen: „Ein Handwerker rief mich an und sagte mir, dass es in meinem Ladenlokal nach Feuer riechen würde“, erzählt Franka Vruwink. Sie ist gerade dabei, ihr neues Geschäft „Curves“ am Markt 5 einzurichten. Genau in dem Gebäude, durch das in der Nacht auf Samstag der Brandrauch aus der Tiefgarage zog. Ein Unbekannter hatte dort mehrere Mülltonnen in Brand gesteckt. Die Polizei ermittelt.

Von dem Feuer in der Nacht hatte sie bis dahin überhaupt nichts mitbekommen. „Ich bin ins Geschäft geeilt und habe erstmal die Feuerwehr gerufen“, sagt sie am Montag. Bis dahin dachte sie, dass durch die Renovierungsarbeiten vielleicht etwas in dem Geschäft in Brand geraten war.

Die Feuerwehr rückte auch mit mehreren Fahrzeugen an. Erst vor Ort konnten die Feuerwehrleute dann Entwarnung geben: Der Geruch stammte noch von dem Feuer in der Nacht.

Einrichtung war dick mit Ruß überzogen

Für Franka Vruwink bedeutete das nach der ersten Erleichterung dennoch einen herben Rückschlag. „Die gesamte Einrichtung war dick mit Ruß belegt“, sagt sie. Auch der Rauch hielt sich noch über Stunden in dem kleinen Ladenlokal.

„Ich bin nur froh, dass ich noch keine Ware aufgehängt hatte“, erklärt sie. Die hätte sie sonst komplett entsorgen müssen. Aktuell hofft sie, dass sie am kommenden Freitag mit dem Verkauf starten kann. Am Mittwoch, 2. Juni, ist aber trotzdem um 10 Uhr eine kleine Eröffnungsfeier mit Vertretern der Stadt geplant.

Geruch und Ruß hat sie inzwischen nach etlichen Putz-Durchgängen beseitigt. Sie wartet jetzt darauf, dass sie die Ware einräumen kann: Damenmode in den Größen 40 bis 54. Sie blickt nach vorne: „Ich bin froh, dass ich durch das Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in NRW meinen Traum verwirklichen konnte“, sagt sie.

Förderprogramm: Mietzuschuss über zwei Jahre

Aus dem Förderprogramm erhält sie zwei Jahre lang einen Mietzuschuss. Für sie der letzte „Trigger“ um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. In ihrem Geschäft will sie Mode für Frauen anbieten, „die kurvig sind, aber dazu stehen und sich nicht verhüllen wollen“. Mit persönlicher Beratung und Wohnzimmer-Atmosphäre möchte sie ihre Kundinnen empfangen. In die Vorfreude mischt sich aber auch Wut. Wut, über die Brandstiftung in der Nacht. „Wenn die Polizei den Täter ermittelt, sollte derjenige hart bestraft werden“, sagt sie.

Nebenan sieht es am Montagmittag noch schlechter aus: Im Paper-Markt von Claudine Klemt sind die Mitarbeiter da gerade noch mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Die werden sich auch wohl noch eine Weile hinziehen. „Wir sind seit Samstagmorgen dabei, zu putzen“, erzählt sie. Sie hofft, dass sie schon am Dienstag wieder öffnen kann. Sicher ist das aber noch nicht: Auch sind Ruß und Rauch in alle Ritzen gedrungen. „Als ich am Samstagmorgen aufgeschlossen habe, schwebte eine dicke Rauchwolke im Geschäft“, sagt sie. Sie habe vom einen nicht zum anderen Ende des Ladens sehen können.

Die obere Lage in den Regalen habe sie fast komplett entsorgen müssen. Auch beim Blick auf die vielen Ständer mit Grußkarten und Geschenkartikeln weiß sie noch nicht, was sie damit machen soll. „Bei vielen Dingen lohnt sich die Reinigung einfach nicht“, erklärt sie.

Strom und Internet laufen noch nicht komplett

Noch ein Problem für die beiden Geschäftsfrauen: Noch ist der Strom in dem Gebäude nicht wieder komplett angeschlossen. Auch Internet gibt es im Moment nicht. Die Anschlüsse wurden bei dem Feuer schwer beschädigt. „In unseren Lagerräumen im Keller bin ich noch nicht gewesen“, sagt Claudine Klemt. Wie es dort aussehe, mag sie sich noch nicht vorstellen.

Beide sind froh, dass bei dem Feuer am frühen Samstagmorgen nichts Schlimmeres passiert sei. Dennoch kam der Brand zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: „Genau da, als man nach dem Lockdown endlich wieder normal hätte öffnen können“, sagt Claudine Klemt.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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