Zoll- und Polizeifahrzeuge vor der Stadthalle in Ahaus: Mitten im Feierabendverkehr lief am Mittwochabend ein großer Polizeieinsatz an der Wüllener Straße. Einen Tag später erklärt die Pressestelle der Polizei in Münster die Hintergründe. © Stephan Rape
Haftbefehl vollstreckt

Großer Einsatz von Polizei und Zoll galt 31-jährigem Mann aus Ahaus

Der große Polizeieinsatz auf der Wüllener Straße am Mittwochabend hat für großes Aufsehen gesorgt. Am Donnerstagmittag macht die Polizei einige Details zu dem Fall öffentlich.

Das Bild am Mittwochabend war schon beeindruckend: Vermummte, mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten vor einem Haus auf der Wüllener Straße, etliche Einsatzfahrzeuge des Zolls vor der Stadthalle, weitere zivile Polizeifahrzeuge, die dort am Rand parken, mehrere Wagen der Einsatzhundertschaft auf den Straßen im Zentrum von Ahaus.

Am Abend hüllten sich die Beamten vor Ort und auch die Leitstelle am Polizeipräsidium Münster in Schweigen.

Nach Rücksprache mit Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt aus Münster machen die Beamten am Donnerstag einige vage Angaben: Demnach galt der Polizeieinsatz einem 31-jährigen Mann aus Ahaus, gegen den schon länger ermittelt wird. Er wurde per Haftbefehl gesucht. Dieser wurde am Mittwochabend vollstreckt. Das erklärte die Polizei aus Münster auf Nachfrage unserer Redaktion.

Zeuge vergleicht Einsatz mit Szenen aus einem Actionfilm

Wie berichtet waren Polizei und Zoll am Mittwochabend mit einer Vielzahl von Beamten zu dem Haus an der Wüllener Straße ausgerückt. Ein Augenzeuge hatte den Einsatz mit Szenen aus einem Actionfilm verglichen. Vermummte und zum Teil schwer bewaffnete Polizisten einer Einsatzhundertschaft hatten das Haus gestürmt und später gemeinsam mit dem Zoll durchsucht.

Sondereinsatzkräfte der Polizei und des Zolls haben am Mittwochabend ein Haus an der Wüllener Straße gestürmt.
Sondereinsatzkräfte der Polizei und des Zolls haben am Mittwochabend ein Haus an der Wüllener Straße gestürmt. © Stephan Rape © Stephan Rape

Dem Mann, der verhaftet und noch am Abend dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde, wird gemeinschaftliche, unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln vorgeworfen. Er befinde sich aktuell weiter in Haft. Nähere Angaben zu den Tatvorwürfen machte die Polizei am Donnerstag auch auf Nachfrage nicht.

Bei dem Einsatz am Abend stellten Polizei und Zoll außerdem geringe Mengen an Drogen und Bargeld sicher.

Polizei war schon im Juli in dem Gebäude im Einsatz

Wie Antonia Linnenbrink von der Pressestelle der Polizei in Münster erklärte, habe es im Vorfeld einen klaren Grund gegeben, so massiv aufzutreten: „Wir hatten in dem Gebäude im vergangenen Juli schon einmal einen Einsatz“, sagt sie. Damals hätten sich viele Personen mit den Verfolgten solidarisiert und seien dabei extrem aggressiv aufgetreten.

Um den aktuellen Einsatz sicher über die Bühne zu bringen und den Haftbefehl zu vollstrecken, sei die Polizei dieses Mal mit so starken Kräften aufgetreten. Schon aus einsatz- und ermittlungstaktischen Gründen macht die Polizei grundsätzlich keine Angaben zur tatsächlichen Zahl der eingesetzten Beamten.

Auch am Mittwochabend hatten sich etliche Personen aus dem Umfeld an oder in der Nähe des Gebäudes versammelt. Die Stimmung wirkte gereizt, blieb aber weitgehend friedlich.

Der Einsatz mitten im Feierabendverkehr hatte in der Wüllener Straße wie berichtet für einiges Aufsehen gesorgt. Schaulustige hatten sich auf dem Vorplatz der Stadthalle versammelt und den Einsatz aus sicherer Entfernung verfolgt.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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