Gutachter: Entlastungsstraße ist nicht nötig

23.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wessum Gutachter Dr. Harald Blanke ließ am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr keinen Zweifel aufkommen: Für das Neubaugebiet an der Südstraße ist keine neue Entlastungsstraße zur Raiffeisenstraße hin notwendig. Anwohner der Südstraße, des Schaddenhooks, der Jakobistraße und des Prozessionswegs hatten eine solche Entlastungsstraße gefordert, weil sie ein zu hohes Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür fürchten.

Anhand von Verkehrszählungen und Prognosen machte der Verkehrsgutachter deutlich, dass es für die genannten Straßen in Sachen Verkehrsbelastung aus seiner Sicht "noch ganz ganz viel Luft" gebe. Die 88 neuen Wohneinheiten würden zwar den Verkehr erhöhen, aber die Grenzwerte für Wohnwege (maximal 150 Autos pro Stunden) könnten auch in Spitzenzeiten eingehalten werden. Andererseits würde die Entlastungsstraße von so wenigen Fahrzeugen genutzt werden, "dass eine Finanzierung gar nicht zu rechtfertigen wäre".

Hubert Kersting (UWG) interpretierte die Zahlen des Gutachters anders: Sie zeigten eine höhere Verkehrsbelastung und die Tatsache, dass eine Entlastungsstraße den Wohnwert erhöhen könne.

Für diese Äußerung hatte wiederum Peter Mensing (CDU) überhaupt kein Verständnis. "Die Entlastungsstraße würde pro Haus Kosten in Höhe von 8000 bis 9000 Euro nach sich ziehen. Und sie wäre bei dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen auch ökologischer Unsinn."

Bis auf Kersting sprachen sich am Ende alle Ausschussmitglieder dafür aus, die Ergebnisse des Gutachtens bei der weiteren Planung zur Aufstellung des Bebauungsplanes Südstraße zu berücksichtigen. gro

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