Baby- und Kindermode, Babyartikel, gehäkelte Puppen bietet Hänsel und Gretel bald in Ahaus an. Das Geschäft zieht von Stadtlohn in die ehemalige Sawall-Filiale am Marktplatz. Ab Anfang August beginnt die Umgestaltung des Ladens. Eröffnung soll am 28. August sein. © Stephan Rape
Neues Geschäft

„Hänsel und Gretel“ ziehen von Stadtlohn nach Ahaus in die Innenstadt

Ein Leerstand in Ahaus ist Geschichte, in Stadtlohn kommt wieder einer dazu: Das Kindermodengeschäft „Hänsel und Gretel“ zieht von Stadtlohn nach Ahaus. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

„Hänsel und Gretel“ kommt nach Ahaus. Das Kindermodengeschäft wollte in Stadtlohn erweitern, fand aber trotz längerer Suche kein passendes Ladenlokal. Ab 28. August öffnet das Geschäft mitten in der Innenstadt: in der ehemaligen Sawall-Filiale am Marktplatz.

Patricia Lobitz (r.) und ihre beiden Töchter Mercedes Gericks (l.) und Nicole Bezzola betreiben seit Februar 2020 in Stadtlohn das Kindermodengeschäft
Patricia Lobitz (r.) und ihre beiden Töchter Mercedes Gericks (l.) und Nicole Bezzola betreiben seit Februar 2020 in Stadtlohn das Kindermodengeschäft „Hänsel und Gretel”. Jetzt wollen sie sich vergrößern. Eine passende Immobilie haben sie in Stadtlohn nicht gefunden. Deswegen führt ihr Weg jetzt in die Ahauser Innenstadt. © Stephan Rape © Stephan Rape

Patricia Lobitz, die das Geschäft seit Anfang 2020 mit ihren beiden Töchtern Mercedes Gericks und Nicole Bezzola betreibt, braucht mehr Platz. Den gab es in Stadtlohn nicht. Deswegen nun der Umzug ins Ahauser Zentrum.

Nur positive Resonanz von den Kunden

Und was sagen die Kunden? „Von denen haben wir bis jetzt nur positive Resonanz bekommen“, sagt Mercedes Gericks. Tatsächlich hatten sie davor zunächst gewisse Bedenken. „Wir haben befürchtet, dass die Stadtlohner es uns übel nehmen, wenn wir nach Ahaus gehen“, sagt auch Patricia Lobitz. Doch Fehlanzeige: Großes Verständnis und Begeisterung für den Schritt in ein größeres Ladenlokal waren bisher die einzigen Antworten. Viele Kunden hätten auch schon fest versprochen, mit nach Ahaus zu kommen.

Denn mit dem Umzug vergrößert sich der Familienbetrieb deutlich: von bisher 60 auf demnächst 140 Quadratmeter. Damit soll sich natürlich auch das Sortiment ändern und erweitern: Neben Kindermode setzt die Familie stärker auf den Babybereich. „Wir wollen ein richtiger Babyfachmarkt werden“, sagt Patricia Lobitz, die Chefin des Betriebs.

Zukünftig gibt es die komplette Erstausstattung für Babys

Die komplette Erstausstattung wollen sie für junge Familien anbieten. Fläschchen, Spucktücher, Auflagen… „Eben die Vollausstattung“, sagt Patricia Lobitz. Nur Kinderwagen wollen sie nicht anbieten. Dafür sei auch die neue Filiale zu klein.

Bei der Kindermode wollen sich die drei Frauen auf die Größen bis 140 konzentrieren. Das sei aber noch nicht endgültig sicher. Je nachdem, was in Ahaus bei den Kunden ankomme, könne das Sortiment ja noch angepasst werden. Dazu kommen eine Reihe von Handarbeiten: Gehäkelte Puppen, Genähtes, Kerzen, Karten, die Patricia Lobritz unter dem Markennamen „Nadelduett“ herstellt und vertreibt.

In Ahaus profitiert das Unternehmen von einem Förderprogramm: Zwei Jahre lang fördert die Stadt Ahaus die Mietkosten für das neue Ladenlokal. „Hänsel und Gretel“ hat einen der Zuschläge beim „Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in NRW“ bekommen. Damit stemmt sich die Stadt gegen Leerstände. „Das war sozusagen das i-Tüpfelchen, um nach Ahaus zu gehen“, erklärt Patricia Lobitz.

Der neue Standort hat nur Vorteile für die Betreiber

Auch die Lage sei deutlich besser als bisher in Stadtlohn. „Wir sind eben mitten in der Innenstadt und nicht am Rand“, sagt sie. Das Geschäft werde von allen Seiten gesehen. Deswegen würden künftig auch längere Öffnungszeiten als bisher Sinn ergeben. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Dann soll auch der Schrecken des Lockdowns endgültig Geschichte sein: Schließlich hatte das Unternehmen just drei Wochen vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie erstmals seine Türen geöffnet. Von den Hilfen profitierte das Unternehmen nicht. Weil es keine Vorjahresumsätze gab. Stattdessen krempelten die drei Frauen die Ärmel auf und setzten binnen kürzester Zeit auf den Onlinehandel.

Mit Unterstützung der restlichen Familie brachten sie einen eigenen Onlineshop binnen weniger Tage ans Laufen. „Wir haben uns nicht hingesetzt und geweint, sondern gesehen, wie wir vorwärtskommen“, sagt Patricia Lobitz im Rückblick. Mit so großem Erfolg, dass jetzt die Erweiterung ansteht.

Bis zum 10. August läuft jetzt erst einmal noch der Räumungsverkauf. In Ahaus will die Familie mit dem Herbstsortiment starten. Bis dahin müssen die Lager leer werden.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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