Häusliche Gewalt: Ahauser Frauenberatungsstelle stellt sich auf steigenden Beratungsbedarf ein

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Auch das sind Probleme in der Corona-Krise: Steigende Zahlen an häuslicher Gewalt alarmieren. Die Ahauser Beratungsstelle rechnet mit zunehmendem Beratungsbedarf, warnt aber vor Panikmache.

Ahaus

, 29.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elisabeth Terhorst, Sozialpädagogin im Team der Frauenberatungsstelle „Frauen für Frauen“ und des Frauennotrufs, kennt die aktuellen Nachrichten: „Ja, es ist vorstellbar, dass sich Konflikte zuspitzen werden.“ In der Corona-Krise rechne die Ahauser Beratungsstelle mit Blick auf häusliche Gewalt mit zunehmendem Beratungsbedarf.

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Sie und ihre Kolleginnen haben allerdings bislang noch nicht feststellen können, dass es bereits jetzt einen zunehmenden Beratungsbedarf gibt. Außerdem warnt sie auch vor einer aktuellen Panikmache im Internet, basierend auf falschen Meldungen, dass betroffene Frauen es zurzeit extrem schwer hätten, Hilfe zu finden.

Die Hilfsangebote sind weiter vorhanden

Für ihre Einrichtung gelte das jedenfalls nicht: „Hilfsangebote sind weiter da, und Möglichkeiten der Beratung gibt es immer. Außerdem sei die Frauenberatungsstelle auch geöffnet, ließen sich dort persönliche Beratungstermine vereinbaren.

Gleiches gelte auch für das Frauenhaus in Bocholt. Das sei zwar schon vor Corona ausgebucht gewesen, aber von 8 bis 17 Uhr gebe es dort auch eine Beratung per Telefon. Und auch die Frauenschutzwohnung des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) in Gronau ist ab sofort wieder bereit, Schutz suchende Frauen und/oder Kinder aufzunehmen.

Das Konfliktpotenzial durch die derzeitigen Kontakteinschränkungen und damit einhergehende räumliche Enge sieht Elisabeth Terhorst schon, glaubt aber auch, dass man hier im ländlichen Bereich noch mehr Möglichkeiten hat, Anspannungen und Stress zu kompensieren: „Ich sehe viele Leute im Wald spazieren, mit Kindern, mit oder ohne Hund.“

Klarheit erst in einigen Wochen

Allerdings werde sich wohl auch erst nach Wochen, wenn die strengen Maßnahmen vielleicht wieder gelockert werden, herausstellen, ob sich nicht doch dramatisch etwas zugespitzt hat in den Beziehungen: „Dann wissen wir mehr.“

Schon jetzt hat sie aber auch Ideen, wie Kommunen in der Krise und mit Blick auf einen eventuell doch weiter steigenden Bedarf an Hilfestellung für Frauen in einer Notlage Problemlösungen anbieten könnten: „Jetzt sprudeln doch überall kreative Ideen, wie wäre es denn, in Hotels Schutzräume für betroffene Frauen anzubieten?“ Es gebe aber sicher noch viele weitere Möglichkeiten.

Hilfen für Frauen in Not

Die Frauenberatungsstelle „Frauen für Frauen“, Marktstraße 16, Ahaus ist unter Tel. (02561) 3738 erreichbar.
  • Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch, 10 bis 12 Uhr und Dienstag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr.
  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Tel. 0800 0116016.
  • SkF-Frauenschutzwohnung Gronau: Tel. (02562) 817340, erreichbar von Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr und Freitag 9 bis 13 Uhr sowie unter Tel. (02562) 817355 von Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr.
  • Caritas-Frauenhaus Bocholt: Tel. (02871) 40194
  • In akuten Notsituationen sollte der Polizeinotruf 110 gewählt werden.
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