Handwaschmobil hilft Schulen enorm – mit einem pädagogischen Effekt

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Jede Schule hat in der Corona-Krise ein Hygienekonzept aufzustellen. Die Umsetzung bringt organisatorische Herausforderungen mit sich. Die Stadt Ahaus setzt nun auf mobile Hygienestationen.

Ahaus

, 07.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der echte Stresstest folgt vielleicht sogar erst noch. Dann nämlich, wenn nach den Sommerferien wieder halbwegs Regelbetrieb an den Schulen herrschen wird. Aber auch jetzt „löst die Erfindung gerade im rollierenden Unterricht an den weiterführenden Schulen ein großes Problem auf einen Schlag“, wie Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt Ahaus, es beim Pressetermin beim Pressegespräch am Mittwoch formulierte: das Händewaschen als wesentlicher Teil des Hygienekonzepts.

„Das Handwaschmobil verschafft uns in einer nicht einfachen Lage eine enorme Erleichterung. Die Nutzung von Sanitäranlagen in der Corona-Krise gerade an Schulen stellt nicht nur unsere Kommune vor eine Herausforderung“, erklärte Leuker.

Stadt ordert zunächst zehn Einheiten

Konstruiert wurde diese mobile und berührungslose Hygienestation vom Unternehmen Hemling aus Ahaus. Zum Einsatz kommen diese nun unter anderem im Kulturquadrat, das langsam seinen Betrieb wieder hochfahre, aber auch an den drei weiterführenden Schulen, am Alexander Hegius-Gymnasium, in der Irena-Sendler-Gesamtschule und Anne-Frank-Realschule. Zehn Einheiten wurden zunächst erworben. Man könne aber jederzeit nachjustieren, so Norbert Rose vom Fachbereich Immobilienwirtschaft.

Das Konzept: Das Handwaschmobil ermöglicht ein effektives, hygienisches und berührungsloses Händewaschen ohne Wasser- und Abwasseranschluss. Die Idee war dem Unternehmen gekommen, als man sich mit dem eigenen Hygienekonzept auseinanderzusetzen hatte. „Erst einmal war es überhaupt schwierig, an Desinfektionsmittel zu kommen. Und dann haben wir uns die Frage gestellt, ob das auf Dauer gesund sein kann. Jeder hat doch selbst die Erfahrung mit trockenen Händen gemacht“, erklärte Hendrik Hemling.

Schüler verinnerlichen den Sinn des Händewaschens

Die Erkenntnis, dass das konsequente Händewaschen durchaus genauso gut sei, habe dann einen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt. Da man viel an Systemen für Labore, aber auch und vor allem für Schulen arbeite, sei letztlich ein mobiles System die optimale Lösung gewesen. Optimal platziert wird dieses an den Eingängen von Einrichtungen, zum Beispiel auch in Praxen oder Ladenlokalen.

Präsentierten das Handwaschmobil im Kulturquadrat (v.l.): Patrick Lehr (Mediahaus), Hendrik Hemling (Labor Systeme Hemling), Werner Leuker (Beigeordneter), Reinhold Benning (Fachbereich Bildung, Kultur, Sport) und Norbert Rose (Fachbereich Immobilienwirtschaft).

Präsentierten das Handwaschmobil im Kulturquadrat (v.l.): Patrick Lehr (Mediahaus), Hendrik Hemling (Labor Systeme Hemling), Werner Leuker (Beigeordneter), Reinhold Benning (Fachbereich Bildung, Kultur, Sport) und Norbert Rose (Fachbereich Immobilienwirtschaft). © Michael Schley

Da man sämtliche Gewerke im Haus habe, konnte das System in nur knapp drei Wochen umgesetzt werden. Dank Bewegungsmelder und Durchflussbegrenzer arbeitet das System enorm effizient, je ein Abwasser- und Frischwasserkanister mit je 30 Litern Fassungsvermögen sorgen in der Spitze für 150 Waschgänge.

„Wir gehen in der Summe von 100 Waschgängen pro Bestückung aus, damit kommt man im aktuellen Schulbetrieb schon sehr weit“, so Hemling, der zudem neben dem sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser auf den pädagogischen Effekt verwies: „Das Händewaschen wird uns sicher noch länger begleiten. Und jedes Kind wird irgendwann verinnerlicht haben, dass richtiges Händewaschen etwas bringt.“

In Ahaus wird „gedacht und mitgedacht"

„Das System hat uns auch durch seine enorme Flexibilität überzeugt“, so Werner Leuker. So können unter Beachtung des Abstandsgebots mehrere Systeme in Batterien geschaltet werden. „Das wäre auch etwas für die Zeit, in der größere Veranstaltungen wieder möglich werden“, berichtet Reinhold Benning vom Fachbereich Bildung, Kultur und Sport. Über Nachrüstungen oder auch optionale Bestückung mit Seifenspendern oder auch Handtuchhaltern informiert Laboarbau Systeme Hemling übrigens online.

Hendrik Hemling bilanzierte: Insgesamt habe man in der Krise nun etwas für das Gemeinwohl schaffen können. Werner Leuker betonte zum Abschluss noch einmal: „Wir sehen mit Freude, dass in Ahaus gedacht und vor allem mitgedacht wird.“

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