Krimiautor Hans-Bernd Bunte am Gedenkstein für den Forstaufseher Ernst Schmitz © Andreas Bäumer
Ahaus-Krimi

Hans-Bernd Bunte bringt in historischem Krimi den Kommissar nach Ahaus

Ahaus, anno 1919: Der Weltkrieg ist vorbei, doch Nachkriegschaos herrscht. In seinem fünften historischen Krimi mit Kommissar Hoffmann beschreibt Hobby-Autor Hans-Bernd Bunte diese Zeit.

Es herrscht Chaos und kaum Staatsgewalt, das Adelsregime implodiert, die Spanische Grippe ist noch nicht vorbei, Münster leidet unter Hungersnot, Wilderer machen die Bröke unsicher.

Mit gründlichen Recherchen zu seinem historischen Kriminalroman „Krieg ohne Ende“ hat sich Hans-Bernd Bunte ins Münster und das Münsterland um Ahaus im Jahr 1919 versetzt. „Hier ist das so schlimm gewesen“, sagt er und: „Was haben wir heute für ein Glück.“

Bunte ist pensionierter Deutsch- und Lateinlehrer und hat an der Canisiusschule gearbeitet, die auch kurz im Roman auftaucht. „Krieg ohne Ende“ ist sein fünfter Krimi mit dem gemächlichen Kommissar Michael Hoffmann. Er hat ihn als „Normaltypen“ konzipiert. Die Lösungen seiner Fälle kommen eher zu ihm, manchmal im Spazieren, in diesem Krimi auch auf Fahrten im sehr unbequemen Beiwagen eines Polizeimotorrads.

Waren es Wilderer oder Freikorps-Soldaten?

Zu der Geschichte inspiriert hat Bunte der Gedenkstein für den Forstaufseher Ernst Schmitz in der Bröke, der hier am 29. März 1919 erschossen wurde. Der Granitstein steht nicht weit weg von der „Dicken Eiche“ und darauf ist zu lesen: „Treu seiner Pflicht / in Deutschlands tiefster Not / Starb er durch Mörderhand / den Jägertod“. Wurde der Förster von einem Wilderer getötet oder hat es etwas mit den immer noch kriegerischen Freikorps-Leuten zu tun, die der Freiherr Otto von Salm auf Schloss Varlar beherbergt hat?

Dem Hobby-Autoren ist es wichtig, historische Geschehnisse darzustellen und im Buch findet der Leser zahlreiche Details und atmosphärische Beschreibungen, die die Zeit nach dem ersten Weltkrieg aufleben lassen: Gaslaternen, holprige Wege, Pferde und eine Straßenbahn auf dem Prinzipalmarkt, verschlossene Bauersleute, Freikorps in Feldgrau, die aus dem Krieg verbliebenen Gewehre und die Einsamkeit der grenznahen Gegend. Störend ist das teils in den Dialogen, doch dort ist es schön, hiesige Redewendungen und plattdeutsche Sprüche zu finden.

Die vorherigen Hoffmann-Krimis hat Bunte im Kreis Soest verortet, wo er herkommt, doch er lebt mit seiner Frau schon fast 40 Jahre in Ahaus. Die Krimis hat er noch vor seiner Pensionierung geschrieben, den jetzigen im Jahr 2019. Um eine zu enge Folge zu vermeiden, kommt „Krieg ohne Ende“ erst jetzt beim Anno-Verlag heraus.

Buntes erste Bücher waren literaturwissenschaftliche Werke über den Schweizer Autoren Adolf Muschg. Auch derzeit schreibt er wieder über Muschg und immer „per Hand mit Bleistift. Dann tippe ich alles nochmal selber ab.“

Bunte beschreibt Geschlechterverhältnisse auf der Kippe

Liebevoll zeichnet Bunte seine Charaktere und ihm gelingt ganz nebenbei eine Skizze der damaligen Geschlechterverhältnisse auf der Kippe von Ehrgefühl und Patriarchat zu offeneren Verhältnissen. So unterstützt Kommissar Hoffmann seine Frau Henrike auf dem Weg in den Journalismus und zum Schreiben.

Der zackige Oberstleutnant des Freikorps Hacketau kontrastiert mit Clemens Cohaus, Hoffmanns Assistenten, der den Kaiser nicht zurück haben möchte. Szenen wie die jene, in der eine Legdener Wirtin die Wilderer verteidigen, bringen zum Schmunzeln.

Titelblatt des Krimis
„Krieg ohne Ende” ist Hans-Bernd Buntes fünfter historischer Krimi mit dem Kommissar Michael Hoffmann. Er handelt im Jahr 1919. © Andreas Bäumer © Andreas Bäumer

Die kurzweiligen 170 Seiten sind kein Thriller, aber eine schöne Art, Ahauser Geschichte und die Zeit nach dem ersten Weltkrieg im Münsterland aufleben zu lassen.

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