Hartmut Liebermann zieht nach Anti-Atom-Demo positives Fazit und lobt die Bürgermeisterin

mlzAtommüll in Ahaus

Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ ist mit der Resonanz bei der Anti-Atom-Demo sehr zufrieden und lobt auch einen Wandel in der kommunalen Politik.

Ahaus

, 11.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 1000 Demonstranten versammelten sich am Samstag bei der Anti-Atom-Demo in Ahaus. Die Hauptorganisatoren von der Bürgerinitiative (BI) „Kein Atommüll in Ahaus“ zogen ein positives Fazit. Hartmut Liebermann von der BI sprach mit unserer Redaktion über die Bedeutung der Demo und das Verhältnis zum Ahauser Stadtrat.

Herr Liebermann, wie lautet ihr Fazit nach der Anti-Atom-Demo?

Positiv, ausgesprochen positiv. Wir hatten heute nicht nur Ahauser hier, sondern auch viele aus den umliegenden Gemeinden. Heek, Legden, Gronau, Vreden. Die Redebeiträge waren interessant und die Menschen haben aufmerksam zugehört und offensichtlich gutgeheißen, was dort gesagt wurde. Beeindruckend war die große Zahl der Traktoren. Der ganze Demonstrationszug ist bis zum Ende gut gelaufen.

Wie wichtig war die gut besuchte Demonstration auch mit Blick auf die Zukunft?

Ich denke, es ist ein Signal in verschiedene Richtungen. Erstmal hier, innerhalb der Bevölkerung in Ahaus. Wir haben gemeinsam gezeigt, dass viele Leute dagegen sind. Auch die, die sich vorher vielleicht eher zurückgehalten haben. Vielleicht kann die Demo bei manch einem den Anschwung geben, demnächst auch an anderer Stelle mitzumachen. Es ist aber auch ein Signal an den Rat der Stadt Ahaus. Es ist klar geworden, dass die Leute hinter den Beschlüssen des Stadtrats stehen, sich juristisch gegen weitere Transporte nach Ahaus zu wehren. Und nicht zuletzt ist es ein Signal an den Bund, dass es in Ahaus weiterhin Widerstand und Protest gibt.

Wie bitter war das Unwetter, das kurz vor dem Erreichen des Rathausplatzes einsetzte?

Der Hagelschauer musste nun nicht sein. Da haben sich die Leute zunächst einmal in alle Richtungen verteilt. Aber viele sind auch zurückgekommen, als es aufgehört hat. Das entscheidende ist ja, dass die Auftaktkundgebung, die eine Stunde gedauert hat, sehr gut besucht war.

Karola Voß, Bürgermeisterin der Stadt Ahaus, hat sich in ihrer Begrüßungsrede klar positioniert: Wie ist das Verhältnis zwischen der Bürgerinitiative und ihr?

Wir stehen regelmäßig in Kontakt. Wir versorgen die Stadt unter anderem mit Informationsmaterial, weil wir natürlich ganz andere Quellen haben.

Felix Ruwe hat sie als „Glücksfall für Ahaus bezeichnet“…

Dafür muss man die Vorgeschichte kennen. Wir engagieren uns seit mehr als 40 Jahren. Lange Jahre wurden wir als Gegner der Stadt betrachtet. Zu Zeiten von Stadtdirektor Jünemann und später Bürgermeister Korte war es eine Gegnerschaft. Das hat sich später etwas gelockert. Mittlerweile haben wir ein sehr offenes Verhältnis zum Stadtrat. Schauen Sie, als wir uns 25-Jähriges gefeiert haben, da hatten wir auch die Stadt eingeladen, eine Grußrede zu halten. Der Bürgermeister ist nicht gekommen. Der hat sich geweigert. Dann ist der damalige stellvertretende Bürgermeister von der SPD gekommen und hat ein paar Worte gesprochen. Anschließend ist er vom Bürgermeister zusammengepfiffen worden, dass er dazu keine Berechtigung hatte.

Solche Szenarien gehören aber der Vergangenheit an?

Als wir vor zwei Jahren unser 40-Jähriges gefeiert haben, war es selbstverständlich, dass die Bürgermeisterin gekommen ist und Worte des Dankes und des Grußes gesprochen hat. Und übrigens nicht nur sie, sondern – das muss man dann auch der Fairness halber sagen – es waren alle Ratsfraktionen inklusive der CDU vertreten.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt